Landeskunde Baden-Württemberg

 

20. Jahrhundert und Ausblick

Das Klima des 20. Jahrhunderts ist vor allem durch die globale Erwärmung geprägt, das heißt die Zunahme der Durchschnittstemperaturen von Atmosphäre und Meeren.

Die Forschungen zur Klimaerwärmung  werden vom sogenannten Weltklimarat, dem IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) zusammengefasst. Der IPCC wurde vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen und der Weltorganisation für Meteorologie gegründet. Er selbst forscht nicht, sondern hat die Aufgabe, den Stand der Wissenschaft zusammenzufassen, damit sich die Politik daran orientieren kann.

Laut IPCC waren die Durchschnittstemperaturen auf der Nordhalbkugel in den letzten 50 Jahren sehr wahrscheinlich höher als in den letzten 500 Jahren und wahrscheinlich sogar höher als in den letzten 1300 Jahren. Grund für die starke Temperaturzunahme ist in erster Linie das vom Menschen ausgehende Verbrennen von Benzin, Öl und Gas, wodurch sich der Kohlenstoffdioxidgehalt in der Atmosphäre ständig erhöht. Aufgrund dieses Verhaltens könnte die Durchschnittstemperatur bis 2100 um bis zu 6,4 Grad Celsius ansteigen. Bis zu 30 % aller lebenden Tier- und Pflanzenarten sind dann vom Aussterben bedroht, Millionen Menschen werden unter dem Anstieg des Meeresspiegels, unter Wassermangel und weiteren Auswirkungen des Klimawandels leiden.

Erinnern wir uns an die zuvor beschriebene Geschichte des Klimas, so fällt auf, dass starke Schwankungen schon immer stattfanden. Im 20. Jahrhundert kommen zu diesen natürlichen Schwankungen aber die durch den Menschen verursachten Eingriffe verstärkend hinzu. Diese führen nach gegenwärtigem Stand der Forschung zu weitaus größeren Schwankungen, als sie auf natürliche Weise ausfallen würden.

Verschiedene Rekonstruktionen der Temperaturen während der letzten 2000 Jahre auf der nördlichen Halbkugel. Sie alle zeigen den ungewöhnlich schnellen Anstieg der Temperatur in den letzten Jahren. Quelle: Wikimedia Commons. Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported.

Aber selbst wenn wir die Schnelligkeit der aktuellen Veränderungen bedenken, mögen uns die zuvor beschriebenen Klimaveränderungen und deren Auswirkungen auf die damalige Gesellschaft heftiger als heute erscheinen – woran liegt das?

Teilweise liegt die Antwort in der westlichen, industrialisierten Welt: Unsere Abhängigkeit vom Wetter ist seit Beginn der Industrialisierung nicht mehr mit der früheren vergleichbar. Kalte Winter bemerken wir aufgrund moderner Heiztechniken kaum noch, Gebäude halten den Kräften der Natur ganz anders als noch vor wenigen Jahrhunderten stand und vor allem garantieren Neuerungen in der Nahrungsmittelherstellung uns auch bei schlechten Wetterbedingungen genügend Nahrung.

Anders sieht das in allen industriell weniger entwickelten Ländern aus. Die dortige Bevölkerung leidet schon jetzt unter Naturkatastrophen, Wassermangel und Überschwemmungen. Und sie wird aller Voraussicht nach in Zukunft mehr denn je unter den Klimaveränderungen leiden.

Aber auch wenn man die insgesamt stark angewachsene Weltbevölkerung sowie ihre – vor allem in der westlichen Welt – enorme Abhängigkeit von komplexen Kommunikations- und Transportsystemen sowie schwindenden Ressourcen bedenkt, so muss für die Zukunft mit starken Beeinträchtigungen infolge des Klimawandels gerechnet werden.

 

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