Landeskunde Baden-Württemberg

 

Das 16. Jahrhundert (in Baden-Württemberg)

Schon zu Beginn der Kleinen Eiszeit waren die Winter so kalt, dass es zu bitteren Hungersnöten kam. Im heutigen Baden-Württemberg führte die Not in Verbindung mit wirtschaftlichen Repressionen durch die Obrigkeit schließlich zu sozialen Unruhen. Unter dem Namen „Armer Konrad“ – ursprünglich ein Schimpfwort, mit dem der Adel die Bauern bedachte – schlossen sich verschiedene Bauernbünde zusammen und erhoben sich gegen Herzog Ulrich von Württemberg. Der Arme Konrad musste sich schließlich den regulären Truppen geschlagen geben. Nur zehn Jahre später entwickelte sich die Unzufriedenheit zum Deutschen Bauernkrieg, doch auch dieser wurde niedergeschlagen.

Bewaffnete Bauern um 1525, Holzschnitt von Froschauer. Foto: Robert Bothner, Quelle: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg.

Auch ein Zusammenhang zwischen den schlechten klimatischen Bedingungen und der sich im 16. Jahrhundert ausbreitenden Hexenverfolgung scheint plausibel. Hexen wurden nämlich häufig für schlechtes Wetter verantwortlich gemacht. So schrieb Martin Luther 1518:

„[…] die mit dem Teufel ein Bündnis eingehen, können durch Zauberei die Leute blind, lahm, krank machen und töten, wie ich es öfter selbst gesehen habe. Zudem können sie Ungewitter hervorbringen, Früchte auf dem Feld verderben und das Vieh umbringen."


(Zitat aus „Ernteglück und Hungersnot, ausführliche Angaben siehe unten.)

 

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