Landeskunde Baden-Württemberg

 
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe: Der von dem renommierten Architekten Paul Baumgarten geplante Bau aus dem Jahr 1969 soll durch Transparenz und Offenheit die demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland symbolisieren. Foto von 2006: LMZ Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Karlsruhe

Stadt der Demokratie und des Rechts

Ernst Otto Bräunche

„Karlsruhe wiegt Gesetze, Karlsruhe wägt Gesetze, Karlsruhe verwirft sie, Karlsruhe billigt sie, Karlsruhe fordert auf, ein neues Gesetz zu schreiben. Karlsruhe hat Macht“, so Heribert Prantl in einem Artikel mit dem Titel Gericht des Grundgesetzes: Die Karlsruher Republik. In dem Beitrag des Redakteurs der Süddeutschen Zeitung aus dem Jahr 2009 geht es um die Frage, wo die deutsche Politik wirklich gemacht werde, in Berlin oder in Karlsruhe, also von Bundesregierung und Bundestag oder vom Bundesverfassungsgericht. Prantl endet mit der Feststellung: „Wenn man von einer ,Karlsruher Republik‘ spricht, ist das durchaus ein Ehrentitel – für das Gericht und für das Land.“ Natürlich ist dies darüber hinaus und nicht zuletzt auch ein Ehrentitel für die Stadt Karlsruhe.

Die Ansiedlung der beiden höchsten Gerichte der Bundesrepublik Deutschland, Bundesverfassungsgericht und Bundesgerichtshof einschließlich Bundesanwaltschaft, in der ehemaligen badischen Landeshauptstadt knüpft an eine lange Geschichte an, in der Karlsruhe immer wieder im Mittelpunkt von Diskussionen und Entwicklungen stand, die die Demokratie in Deutschland vorbereiteten und weiterbrachten. Karlsruhe kann seine Rolle als aktuelle Residenz des Rechts auch historisch begründen.