Landeskunde Baden-Württemberg

 
Ständehaus Karlsruhe um 1835 Foto: LMZ Baden-Württemberg
Ständehaus Karlsruhe um 1835 Foto: LMZ Baden-Württemberg

Gesellschaftspolitische Fragen in Baden

Das Großherzogtum hatte durch sein schnelles territoriales Wachstum mit den gleichen Problemen wie Württemberg zu kämpfen. Der durch die Mediatisierung nach Baden gelangte Adel musste integriert und die Interessen der Konfessionen gegeneinander abgewogen werden. Baden wählte einen ähnlichen Weg wie Württemberg. Zwar hatte Baden keine vergleichbare landständische Tradition, keinen Landtag und war bis 1818 eine absolute Monarchie, doch verstärkte dieser Mangel eher das Einfordern einer geschriebenen und relativ liberalen Verfassung.

Festausgabe der badischen Verfassung zum 25-jährigen Jubiläum 1843 Foto:LMZ Baden-Württemberg
Festausgabe der badischen Verfassung zum 25-jährigen Jubiläum 1843 Foto:LMZ Baden-Württemberg

Das Ständehaus

In Karlsruhe tagte im Ständehaus das neu geschaffene Zweikammerparlament, auch hier wurde die Erste Kammer aus den Standesherren, dem Freiburger Erzbischof, dem Kronprinzen und weiteren vom Großherzog berufenen Personen gebildet. Die zweite Kammer wurde in mittelbarer, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Die Standesherren konnten sich auch in Baden nicht gegen die Interessen der Mehrheit durchsetzen und verloren kontinuierlich an Boden. Es blieb aussichtslos, die alten Recht widererstreiten zu wollen.

Konfessionell dominiertn die protestantischen Bürger und Beamten um Karlsruhe den Staat. Durch die territoriale Vergrößerung kamen zwar sehr viele Katholiken nach Baden, doch ihre Interessen konnten sie nicht durchsetzen. Auch räumlich blieben Katholiken und Protestanten getrennt, die Katholiken sahen Freiburg als ihre Hauptstadt, das nun Sitz der neugegründeten Erzdiözese war, die Protestanten dominierten Politik und Wirtschaft in Karlsruhe. Dieser ungelöste Konflikt sollte mit aller Schärfe im Kulturkampf der 1860er Jahre ausbrechen.

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Literaturhinweise

 

Hans-Peter Becht: Badischer Parlamentarismus 1819 bis 1870. Ein deutsches Parlament zwischen Reform und Revolution. Droste Verlag, Düsseldorf 2009. 934 Seiten. ISBN 978-3-7700-5297-4. EUR 98.-

Weitere Literatur finden Sie hier.

 
 
 
 
 

Literaturhinweis

 

Hans-Peter Becht: Badischer Parlamentarismus 1819 bis 1870. Ein deutsches Parlament zwischen Reform und Revolution. Droste Verlag, Düsseldorf 2009. 934 Seiten. ISBN 978-3-7700-5297-4. EUR 98.-

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