Foto: LMZ Baden-Württemberg

Integration

Dr. Iris Häuser

Ein großer Teil der Menschen mit Migrationshintergrund in Baden-Württemberg lebt bereits seit Jahrzehnten, oft in der dritten und vierten Generation, im Land. Die meisten kamen als „Gastarbeiter“. Aus dem ursprünglich gedachten begrenzten Aufenthalt hat sich ein Daueraufenthalt in einer neuen Heimat entwickelt. Inzwischen hat jeder vierte Baden-Württemberger und jeder dritte Minderjährige einen Migrationshintergrund.

Im Stadtkreis Stuttgart haben vierzig Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Angesichts dieser Zahlen kann man von einem Einwanderungsland Baden-Württemberg sprechen. Dennoch bestehen nach wie vor ungelöste Integrationsprobleme, insbesondere bei der Integration in den Bereichen Bildung und Arbeitsmarkt. So ist die Erwerbslosenquote bei Migranten mehr als doppelt so hoch als bei Baden-Württembergern ohne  Migrationshintergrund. Dies betrifft insbesondere auch die Erwerbslosigkeit unter Jugendlichen. Entscheidend für das Risiko Arbeitslosigkeit ist die mangelnde berufliche Qualifikation. Aber nicht nur: Auch bei den gut Ausgebildeten ist die Quote bei Migranten nahezu dreimal so hoch.

Dieser Situation im Berufsleben ist bereits eine vergleichbare in der schulischen Bildung vorgelagert. Nach wie vor besteht die Benachteiligung darin, so auch das Ergebnis der PISA-Studien, dass in erster Linie die soziale Herkunft, die Einkommensverhältnisse und der berufliche Status der Eltern über den Zugang zu Bildung und über beruflichen Erfolg entscheiden. Dieser Befund betrifft im besonderen Maße Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, die schlechtere Bildungschancen haben als ihre Altersgenossen ohne Migrationshintergrund.

Nur mit einer gezielten Förderung der Bildungschancen kann dieser strukturellen Benachteiligung entgegnet werden. In diese Richtung weist auch das verpflichtende Kindergartenjahr direkt vor dem ersten Grundschuljahr, um die Voraussetzungen der Kinder, insbesondere auch die Sprachkenntnisse für den Lernort Schule zu verbessern.

Eine gelungene Integration ist die Voraussetzung, um das Entwicklungspotenzial für Gesellschaft und Wirtschaft zu erschließen – insbesondere vor dem Hintergrund von Globalisierung und demographischem Wandel. Dies ist keine einfache Aufgabe, zumal viele  Einrichtungen, die sich in der Integrationsarbeit engagieren, unter Mittelkürzungen zu leiden haben. Doch nicht nur die Landeshauptstadt Stuttgart, die für ihr Integrationskonzept mehrfach, unter anderem auch von den Vereinten Nationen ausgezeichnet worden ist, sondern viele Städte im Land begreifen inzwischen die kulturelle Vielfalt vor allem als Bereicherung und als Entwicklungspotenzial für eine zukünftig erfolgreiche Entwicklung ihrer Stadt.

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Ministerium für Integration

 
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