Landeskunde Baden-Württemberg

 
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Familie und Kinder

Stand: Februar 2017

Ein gutes und familienfreundliches Umfeld ist wichtig für Baden-Württemberg. Dazu tragen aber nicht nur die Bundes- oder Landespolitik bei, sondern insbesondere die Kommunen sind das Herzstück einer erfolgreichen Politik. Denn hier werden wesentliche Fragen des praktischen Lebens vor Ort beantwortet: Wie gut ist die Kinderbetreuung, wie sieht die Infrastruktur aus und wie einfach lässt sich der Öffentliche Nahverkehr nutzen?


Moderne Familie

Betreuungsangebote

Kinderland Baden-Württemberg


Eine gelungene Familienpolitik auf kommunaler Ebene zahlt sich in mehrfacher Hinsicht aus. Zum einen schaffen familienfreundliche Standortfaktoren Vorteile für alle dort lebenden Menschen. Zum anderen profitiert die Kommune finanziell durch den Zuzug neuer Familien und einer langfristigen Bindung der Familien an den Ort. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen demografischen Entwicklung in Baden-Württemberg von großer Bedeutung. Desweiteren kann ein gutes Betreuungsangebot für Kinder dazu führen, langfristigen Kosten für Jugendhilfe, Kriminaliätsbekämpfung oder Schadensbeseitigung vorzubeugen.

Moderne Familie

Im Lauf der vergangenen Jahre hat sich das Verständnis von Familie erheblich verändert. Während die Zahl der verheirateten Ehepaare mit Kindern weiter fällt, entscheiden sich immer mehr unverheiratete Paare für Nachwuchs. Zudem ist auch die Zahl der Alleinerziehenden gestiegen. Neben der veränderten Form von Familien hat sich aber auch ihre Beständigkeit verändert. Dabei lebt bei fast die Hälfte der Familien in Baden-Württemberg nur ein Kind im Haushalt, mehr als jede dritte Familie hat zwei und jede zehnte besteht aus drei oder mehr Kindern.

Als weiterer Trend ist erkennbar, dass zunehmend auch Väter Elternzeit und Elterngeld in Anspruch nehmen. Bei den 2014 geborenen Kindern im Bundesland bezogen 39 Prozent der Väter Elterngeld. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird als eines der wichtigsten familienpolitischen Ziele betrachtet. Dazu können neben einem guten Betreuungsangebot auch familienfreundliche Arbeitsbedingungen und eine passende Infrastruktur beitragen. Aber auch Flexibilität von Seiten der Arbeitgeber wird als wichtig angesehen.

Betreuungsangebote

Im Sinne einer modernen Familienpolitik und der Gleichberechtigung zwischen Vätern und Müttern ist ein gutes Betreuungsangebot für Kinder wichtig. Zudem hat seit August 2013 jedes Kind in Deutschland mit dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz.

 

 

Kindertagesstätte/ Kindertagespflege?

Bei der Kinderbetreuung in Deutschland kann grob zwischen der Kindertagesstätte und der Kindertagespflege unterschieden werden.

 

Kindertagesstätte

In einer Kindertagesstätte oder KiTa ist sozialpädagogisch geschultes Fachpersonal für die Betreuung einer Gruppe von Kindern verantwortlich. Die Kinder können dort in Jahrgangsgruppen sein oder in Gruppen gemischten Alters. Die Öffnungszeiten reichen von Halbtagsangeboten über mehrere Mischformen bis hin zu Ganztagsangeboten.
Formen der KiTa sind etwa die Kinderkrippe für unter Dreijährige, Krabbel- und Spielgruppen, sowie der Kindergarten, den Kinder ab drei Jahren besuchen können.

 

Kindertagespflege

Bei der Kindertagespflege wird ein (Klein-) Kind von einer "Tagespflegeperson" für einen Teil des Tages oder ganztags gegen Bezahlung betreut und erzogen. Umgangssprachlich ist hier von einer "Tagesmutter" oder einem "Tagesvater" die Rede. Die Betreuung kann im Haushalt des Kindes, der Pflegeperson oder in anderen dafür geeigneten Räumen stattfinden.

Im Jahr 2015 besuchten insgesamt 78.700 Kinder unter drei Jahren eine Kindertageseinrichtung oder wurden in einer Kindertagespflege betreut. Dies sind etwa 28 Prozent aller Kinder dieses Alters und damit etwas weniger als im Bundesdurchschnitt (33 Prozent). Dabei gibt es allerdings deutliche Unterschiede zwischen den Städten und Kreisen in Baden-Württemberg. Während in Heidelberg der Anteil der betreuten Kinder bei 47 Prozent lag, waren es im Alb-Donaukreis nur 19 Prozent. Der Trend der vergangenen Jahre geht zu längeren Betreuungszeiten und Ganztagesangeboten, wobei auch hier ein Gefälle zwischen Städten und Kreisen deutlich wird. Baden-Württemberg hat bundesweit den kleinsten Anteil der Unter-Dreijährigen, die wöchentlich mehr als 35 Stunden betreut werden. Bei den 3- bis 6-Jährigen lag die Betreuungsquote bei 95 Prozent.

Für eine qualitative Betreuung ist neben gut ausgebildetem Personal auch der Betreuungsschlüssel wesentlich. Für Kinder unter drei Jahren lag dieser 2014 bei 1 zu 3,1 - dies ist im Bundesvergleich das beste Ergebnis. Auch bei der Betreuung von Kindergartengruppen hat das Bundesland mit einer vollbeschäftigten KiTa-Fachkraft für 7,7 Kinder in Ganztagsbetreuung den günstigsten Betreuungsschlüssel.

Kinderland Baden-Württemberg

Bei allen politischen Entscheidungen sollen die Bedürfnisse von Kindern und ihren Eltern berücksichtigt werden. So will es das Leitbild "Kinderland Baden-Württemberg", das es seit 2005 gibt. Damals wurde die Stiftung Kinderland Baden-Württemberg gegründet, die seitdem mit einem Vermögen von 50 Millionen Euro Projekte zur Verbesserung der Strukturen für Kinder fördert. Sowohl die Stiftung, als auch die FaFo Familienforschung sind enge Partner der Landesregierung und besonders des Sozialministeriums. Mit der Organisation von Konferenzen und durch Analysen und Berichte (siehe Infobox) trägt die FaFo Familienforschung dazu bei, das Land familienfreundlicher zu gestalten.

Die Landesregierung versteht das "Kinderland Baden-Württemberg" als ressortübergreifenden Ansatz. So können nicht nur einzelne Politikbereiche, sondern alle Menschen im Land dazu beitragen, die Situation von Kindern und ihren Eltern weiter zu verbessern.

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Ministerium für Soziales und Integration

 
 
 
 
 
 

OECD Studie

 

Dare to share

Im Februar 2017 hat die OECD ihre neue Studie "Dare to share - Deutschlands Weg zur Partnerschaftlicheit in Beruf und Familie" veröffentlicht. Laut dieser waren 2014 rund 70 Prozent der Mütter erwerbstätig - ein durchschnittlicher Wert im OECD-Vergleich. Jedoch arbeiten überdurchschnittlich viele Frauen in Deutschland in Teilzeit, auch kümmerten sich fast zwei Drittel aller Mütter um Haushalt und Kinder.

zur Studie

 
 
 
 
 

Familien in Baden-Württemberg

 

"Familien in Baden-Württemberg" ist ein Report, der im Rahmen der Familienberichterstattung erstellt wird. Darin wird die Lage von Familien in Baden-Württemberg themenbezogen wissenschaftlich analysiert. Der Report erscheint zwei Mal pro Jahr.

zu den Berichten

 
 
 
 
 

FaFo Familienforschung

 

Die FaFo Familienforschung ist eine Abteilung im Landesamt für Statistik Baden-Württemberg. Seit 1982 analysiert die Forschungsstelle die Lebenssituation von Familien empirisch. Zudem berät sie Politik und Organisationen zu ener nachhaltigen Gesellschaftsentwicklung.

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Ministerium für Soziales und Integration

 
 
 
 
 
 

Statistik

 

 

Wirtschafts- und Sozialentwicklung in Baden-Württemberg 2016/ 2017

In dieser Broschüre hat das Landesamt für Statistik aktuelle Entwicklungen aus Wirtschaft und Gesellschaft Baden-Württembergs dargestellt und analysiert. Grundlage dafür sind amtliche Statistiken.

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