Landeskunde Baden-Württemberg

 
Foto: Anna Vogel

Gesellschaft im Wandel

Die Gesellschaft Baden-Württembergs hat seit der Gründung des Landes einen grundlegenden Wandel durchlaufen. Mit der wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und technologischen Entwicklung haben sich auch die Lebensverhältnisse der Menschen nachhaltig verändert.

"Wir wollen, dass sich die Menschen in unserem Land auf ein starkes gesellschaftliches Netz verlassen können, das ihre Selbstbestimmung und Würde erhält." (Koalitionsvertrag, 2016)


Wirtschaftlicher Wandel

Deren Verbesserung ist zunächst das Ergebnis einer wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte. Zuwanderung und ein Anstieg der Geburtenrate lassen die Bevölkerung im Bundesland wieder wachsen. In Baden-Württemberg lebt derzeit die jüngste Bevölkerung mit der gleichzeitig höchsten Lebenserwartung in Deutschland. Das Bundesland hat eine der niedrigsten Erwerbslosenquoten in Deutschland und das dritt höchste Pro-Kopf-Einkommen nach Hamburg und Bayern. Trotz regionaler Unterschiede in der Wirtschaftskraft existieren keine „armen“, strukturschwachen Gebiete. Dennoch ist das vergleichsweise hohe Durchschnittseinkommen von rund 3500 Euro netto pro 2,1-Personen-Haushalt (2013) im Monat nur bedingt repräsentativ. Denn der Mittelwert gibt keinen Aufschluss über die breite Streuung der Haushaltseinkommen. Insgesamt liegen knapp 60 Prozent der baden-württembergischen Haushalte unterhalb dieses Wertes.

Sozialer Wandel

Aus einer traditionellen, in vielen Regionen auch noch stark agrarisch geprägten Nachkriegsgesellschaft hat sich eine moderne, mobile und differenzierte Gesellschaft entwickelt. Klassische Unterscheidungsmerkmale der Sozialstruktur haben schrittweise an Bedeutung verloren. Das betrifft auf der einen Seite die traditionellen, an Erwerbsstatus und Besitz orientierten Kategorien der sogenannten Ober-, Mittel- und Unterschicht. Genauso haben sich aber auch der Gegensatz von Stadt und Land oder die Prägung durch historische Konfessionsstrukturen verändert.

Andere Kriterien sind dagegen bedeutsamer geworden. Auf dem Weg zur Wissensgesellschaft bestimmen Teilhabechancen an möglichst lebenslanger Bildung über die Lebenswege und den sozialen Status der Menschen. Flexibilität und Mobilität entscheiden über die berufliche Entwicklung, über Einkommensverhältnisse und Teilhabe an Bildung und Kultur. Mit dem Begriff der „bildungsfernen Schichten“ wird heute eine neue Unterschicht bezeichnet, deren schwierige wirtschaftliche Verhältnisse zum größten Teil auf Bildungs- und Ausbildungsdefizite zurückzuführen sind.

Herausforderungen

Der demografische Wandel, Zuwanderung und eine alternde Gesellschaft stellen die Gesellschaft in Baden-Württemberg vor Herausforderungen. So muss etwa das Gesundheitswesen und das Pflegeangebot entsprechend angepasst werden. Es werden ausgebildete Fachkräfte sowohl im Bereich der Altenpflege als auch in der Kinderbetreuung gebraucht. Desweiteren muss das Potenzial der zugewanderten Menschen durch entsprechende Angebote erkannt und in Anspruch genommen werden.

Zu weiteren Herausforderungen des anhaltenden Bevölkerungswachstums zählt, dass Baden-Württemberg inzwischen eines der am dichtesten besiedelten Flächenländer ist. Das Ergebnis sind seit Jahren steigende durchschnittliche Kosten für Wohnraum. Zudem erhöhen sich auch die Grundstückspreise und ein hoher Flächenverbrauch ist die Folge.

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Ministerium für Soziales und Integration

 
 
 
 
 
 

Statistik

 

 

Wirtschafts- und Sozialentwicklung in Baden-Württemberg 2016/ 2017

In dieser Broschüre hat das Landesamt für Statistik aktuelle Entwicklungen aus Wirtschaft und Gesellschaft Baden-Württembergs dargestellt und analysiert. Grundlage dafür sind amtliche Statistiken.

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