Landeskunde Baden-Württemberg

 

Digitalisierung

Foto: geralt, pixaby, CC0 Public Domain

Baden-Württemberg ist bekannt als das Land der Tüftler. Dieser Erfindungsgeist ist wichtig, um auch in Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung die Position als starkes Industrieland und führende Marktwirtschaft zu behalten. Denn Digitalisierung gilt inzwischen als wichtiger Standortfaktor - eine Herausforderung, die sowohl die Politik, als auch die Gesellschaft fordert. Denn Digitalisierung betrifft viele Bereiche. Deshalb gibt es in der Landespolitik den Ansatz, Digitalisierung als ressortübergreifende Aufgabe zu betrachten.

Zu einer fortschreitenden Digitalisierung gehört zunächst eine entsprechende Infrastruktur und etwa der Ausbau der Breitbandverbindung. Aber auch die Bereiche Datenschutz und Datensicherheit werden in Zukunft immer wichtiger. Zudem bietet Digitalisierung die Möglichkeit, nachhaltiger mit Rohstoffen und Kapazitäten umgehen zu können. Folglich ist Kreativität z.B. in Bereichen Planen und Bauen, Mobilität und Bildung gefragt.

Die Landesregierung sieht eine eigene Digitalisierungsstrategie digital@bw vor, die 2017 konkretisiert werden soll. Zudem soll das Konzept der Verwaltung 4.0, also einer zunehmenden Digitalisierung der Verwaltung, aufgenommen werden.

Im grün-schwarzen Koaltitionsvertrag sind folgende Ziele festgehalten:

Breitbandausbau:

Geplant ist, eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet zu gewährleisten: überall im Land sollen Bandbreiten von mindestens 50 Megabit je Sekunde bereitstehen. Der Schwerpunkt soll dabei auf dem Glasfaserausbau liegen. Zudem soll geprüft werden, wie lückenloses Internet für unterwegs umgesetzt werden kann: auch auf Bahnstrecken und Autobahnen soll man in Baden-Württemberg zukünftig online gehen können. 

Allianz Wirtschaft 4.0:

Auch im Bereich der Wirtschaft soll Baden-Württemberg digital vorangebracht werden. So ist das Ziel, die bisherige Allianz Industrie 4.0 zu einer Allianz Wirtschaft 4.0 weiterzuentwickeln, die Branchen in der digitalen Weiterentwicklung fördern und Start-ups vernetzen soll. In der Digitalisierung sieht die Koalition auch die Chance, eine ökologische Modernisierung der Wirtschaft umzusetzen, die durch eine besser Vernetzung möglich werden soll.

Digital lernen:

Die Landesregierung sieht vor, die Medienbildung mit entsprechenden Standards an Schulen, wie etwa digitalen Unterrichtsmedien und Arbeit in der Bildungscloud, zu fördern. Zudem soll eine Zusammenarbeit zwischen Betrieben, Universitäten und Politik gestärkt werden.

Datenschutz

Seit 1. Dezember 2016 gibt es mit Dr. Stefan Brink einen neuen Datenschutzbeauftragten in Baden-Württemberg. Dessen Amt soll in Zukunft finanziell besser ausgestattet werden. Die grün-schwarze Koalition will auch, dass Verstöße gegen den Datenschutz im Wettbewerb künftig einfacher abgemahnt werden können.

zum Koalitionsvertrag

Cyber Valley

Baden-Württemberg hat am 15. Dezember 2016 die europäische Wirtschaftskooperation "Cyber Valley" gestartet. Ziel von Cyber Valley ist es, Künstliche Intelligenz (KI) zu entwickeln und zu erforschen. Unter künstlicher Intelligenz werden Syteme verstanden, die zu einem Kreislauf aus Wahrnehmung, Verständnis, Handeln und Lernen fähig sind. Aufgrund dieser Eigenschaften sollen sie in Umwelten selbstständig handeln können. Um solche Systeme zu erschaffen, ist die Natur wichtigstes Vorbild. Nur das Verständnis der ihr zugundeliegenden Steuer- und Regelungsmechanismen kann dabei helfen, Natur in künstlichen Systemen nachzubilden.

Mit Cyber Valley soll zum einen ein internationales Zentrum für Grundlagenforschung und zum anderen eine Gründerplattform für marktfähige Anwendungen in Baden-Württemberg entstehen. Die Initiative für den Forschungsverbund kam von der Max-Planck-Gesellschaft. Sogenannte Kernpartner sind neben dem Land Baden-Württemberg auch die Max-Planck-Institute für intelligente Systeme in Stuttgart und Tübingen, sowie die Universitäten der beiden Städte. Unterstützung kommt außerdem von Bosch und Daimler, Porsche, BMW, ZF Friedrichshafen und Facebook. 

Starker Fokus des Projekts liegt auf der Ausbildung von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen. Neben zehn zusätzlichen Professuren an den Universitäten in Stuttgart und Tübingen sollen auch bis zu 100 Doktoranden im Rahmen von Cyber Valley gefördert werden. Zunächst wird in neun Projektgruppen gearbeitet.

 

 

 

 

Statistik

 

Gesamtwirtschaftliche Ergebnisse in Baden-Württemberg 2016

In dieser Broschüre des Statistischen Landesamtes sind Berechnungen zum Wirtschaftswachstum, der Einkommenssituation, dem Konsum und der Investitionstätigkeit in der Gesamtwirtschaft dargestellt.

zur Broschüre