Landeskunde Baden-Württemberg

 

Hochschullandschaft

Hörsaal. Foto: thelester, pixabay, CC0 Public Domain

Stand: Mai 2017

Mit über 52 staatlichen Hochschulen und Berufsakademien sowie rund zwanzig kirchlichen und privaten Hochschulen verfügt Baden-Württemberg über eine der vielfältigsten Studienlandschaften der Bundesrepublik Deutschland. Die neun Universitäten, sechs Pädagogischen Hochschulen, acht Kunst- und Musikhochschulen, 23 Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und die Berufsakademie mit ihren neun Standorten bieten modernste Ausbildungsbedingungen in zahlreichen Studienfächern und Studiengebieten. Mit der Filmakademie in Ludwigsburg, der Popakademie in Mannheim und der Akademie für darstellende Kunst in Ludwigsburg kommen drei weitere Ausbildungseinrichtungen für bedeutende Kunstgattungen hinzu. Die nichtstaatlichen Hochschulen ergänzen dieses Angebot mit Studiengängen insbesondere in den Bereichen Sozialwesen, Wirtschaft und Kommunikation.


Mehr zu Studium, Finanzierung und dem Hochschulgesetz


Mehr als 356.700 Studierende waren im Wintersemester 2015/2016 an einer der Hochschulen im Land eingeschrieben, darunter über 47.600 ausländische Studierende. Das seit Jahren wachsende Interesse internationaler Studierender, insbesondere an Master-Studiengängen in Baden-Württemberg, hebt den Hochschulstandortes Baden-Württemberg auch im internationalen Vergleich als besonders attrativ hervor.

Vielfalt in Baden-Württemberg

Neben den klassischen Universitäten in Heidelberg, Freiburg und Tübingen präsentieren die jüngeren Universitäten in Hohenheim, Karlsruhe, Konstanz, Mannheim, Stuttgart und Ulm den Studierenden ihre jeweils eigenen Fächerschwerpunkte. Mit den Pädagogischen Hochschulen verfügt das Land für die Lehrerausbildung über eine Hochschulart eigener Prägung. Die Ausbildung der künftigen Lehrer an Grund- und Hauptschulen, Real- und Sonderschulen erfolgt hier konzentriert und auf hohem wissenschaftlichem Niveau. In den Kunst- und Musikhochschulen werden junge Talente unter anderem zu Musikern, Designern, Filmgestaltern, Musikjournalisten und Bildenden Künstlern ausgebildet.


Mehr zur Forschung in Baden-Württemberg


Die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (Fachhochschulen) bieten eine wissenschaftliche Lehre mit einem hohen Maß an Praxisorientierung. Neben den klassischen Studienfeldern der Ingenieurwissenschaften, der Betriebswirtschaftslehre und des Sozialwesens werden hier auch neue Studiengänge im Bereich der Medien, Information und Kommunikation angeboten. Bei der Ausbildung an der Berufsakademie (duales Studium) besteht bereits während des Studiums ein Ausbildungsverhältnis zu einem Partnerbetrieb. Charakteristisch für diese duale Ausbildung ist die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis.

Exzellenzuniversitäteten

In Baden-Württemberg befinden sich mit den Universitäten Tübingen, Konstanz und Heidelberg drei der bundesweit elf Exzellenzuniversitäten. Die Konzepte der Universitäten im Bundesland haben sich bei der Exzellenzinitiative 2012 abermals bewiesen, da sie bundesweit die meisten Fördermittel zugeteilt bekommen haben. Im laufenden Programmzeitraum (2012-2017) fließen Fördermittel von insgesamt 571 Mio. Euro an baden-württembergische Universitäten. Auch ist in Baden-Württemberg die älteste Universität Deutschlands beheimatet. Die Universität Heidelberg feierte 2010 ihr 625 jähriges Bestehen.

Bachelor und Master

Mit der Einführung der Bologna-Reform hat Baden-Württemberg einen Schritt in Richtung der Internationalisierung von Studienabschlüssen getan. Die bisherigen Diplom- und Magisterstudiengänge wurden in eine gestufte Studiengangstruktur mit Bachelor- und Masterabschlüssen überführt. Diese grundlegende Studienreform hat ein qualitativ hochwertiges Studium mit kürzeren Studienzeiten zum Ziel, sowie eine Angleichung der europäischen Studiensysteme.

Die erste Stufe, das Bachelorstudium, endet in der Regel nach sechs bis acht Semestern mit einem ersten berufsbefähigenden Abschluss. Dann kann in einem zwei bis vier Semester dauernden und der wissenschaftlichen Vertiefung dienenden Studium ein Masterabschluss erworben werden.

Mit dem Wintersemester 2015/2016 ist als einer der letzten Studiengänge auch das Lehramtsstudium auf das System von Bachelor/ Master umgestellt worden.

Mehr Studierende - Finanzierung?

Aufgrund der demographischen Entwicklung und des doppelten Abiturjahrgangs stieg die Zahl der Studienanfänger 2012 auf einen absoluten Spitzenwert. Für das Wintersemester 2012/2013 hatten sich 67.900 Studenten eingeschrieben - fast 10.500 mehr, als 2010. Inzwischen geht die Zahl der Studienanfänger wieder etwas zurück, 2014/2015 begannen nur noch 62.700 Menschen ein Studium in Baden-Württemberg. Mit der Initiative „Hochschule 2012" stellte sich das Land im engen Dialog mit der Wirtschaft den damit einhergehenden Herausforderung. Ab 2015 läuft für sechs Jahre ein Finanzierungsplan unter dem Namen „Perspektive 2020“. Nach diesem steigt die Grundfinanzierung der Hochschulen jährlich um drei Prozent auf mehr als drei Milliarden Euro im Jahr 2020.

Studiengebühren

Derzeit gibt es keine Studiengebühren in Baden-Württemberg. Doch noch von 2007 bis 2012 mussten Studierende Gebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester zahlen. Die Einnahmen sollten zur Verbesserung des Lehrangebots eingesetzt werden. Unter der rot-grünen Landesregierung wurden die Studiengebühren 2012 wieder abgeschafft. Einen Ausgleich der finanziellen Ausfälle sollte das  "Gesetz zur Abschaffung und Kompensation der Studiengebühren" regeln.

Ab dem Wintersemester 2017/2018 müssen internationale Studierende, die nicht aus dem EU-Ausland kommen, Studiengebühren zahlen. Pro Semester werden dann 1.500 Euro fällig und auch auf ein Zweitstudium sollen ab dann 650 Euro erhoben werden. Als Gründe dafür führte Bildungsministerin Bauer an, die Betreuung von internationalen Studierenden verbessern und deshalb auch kostenintensiver gestalten zu wollen. So sollen in Zukunft 300 Euro des gesamten Betrags pro Semester zu diesem Zweck direkt an den Hochschulen verbleiben. Der Gesetzentwurf ist Anfang Mai 2017 angenommen werden. Die geplante Einführung von Studiengebühren für internationale Studierende ist von erheblichen Protesten in Baden-Württemberg begleitet worden. Die Landesregierung machte deutlich, dass dieser Schritt keine Vorstufe für allgemeine Studiengebühren bedeute.

Landeshochschulgesetz

Mit dem Beschluss eines neuen Hochschulrechts am 27. März 2014 im Landtag gibt es auch ein neues Landeshochschulgesetz in Baden-Württemberg. Mit diesem soll die Selbstständigkeit der Hochschulen gestärkt werden, da die Mitglieder der Hochschule mehr Freiheit und Möglichkeiten zur Beteiligung erhalten haben. Dies beinhaltet auch mehr Transparenz, etwa bei der Verteilung von Forschungsmittel an Dritte. Auch die Zusammenarbeit zwischen Fakultäten oder Hochschulen und Forschungseinrichtungen soll durch die neue Verfassung vereinfacht werden. Für die Studierenden hat sich zudem geändert, dass sie keine Zwischen- oder Orientierungsprüfungen mehr ablegen müssen.

Die Opposition kritisierte insbesondere die neuen Transparenzregeln als "standortschädigend", da diese Misstrauen zwischen Hochschulen und Unternehmen säen könnten. In einem Urteil vom 14. November 2016 hatte das Verfassungsgericht in Karlsruhe das Hochschulgesetz als verfassungswidrig erklärt. Das Urteil betrifft die Regelung zur Wahl und Abwahl von Hochschulrektoren, sowie von Mitgliedern des Rektorats. Laut Gericht müsse die Entscheidungsgewalt der Hochschullehrer hier gestärkt werden. Nach dem neuen Gesetz erfolgt eine solche Wahl unter Beteiligung von Senat und Hochschulrat, wobei im Hochschulrat externe Experten, etwa aus der Wirtschaft, sitzen. Das Wissenschaftsministerium hat nun bis zum 31. März 2018 Zeit, eine verfassungskonforme Neuregelung zu finden.

zum Weiterlesen: Stuttgarter Zeitung

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Statistisches Landesamt

 

Zahlen und Fakten:

Mehr als 356.700 Studierende waren im Wintersemester 2015/2016 an einer der Hochschulen im Land eingeschrieben, darunter über 47.600 ausländische Studierende.

Hier gibt es weitere Zahlen und Fakten

 
 
 
 
 

Hochschulpolitik ist Ländersache?! – Baden-Württemberg und die europäische Hochschulpolitik

 
 
 
 
 
 

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Bildungsbericht 2015

 

Der dritte Bildungbericht für Baden-Württemberg wurde im Juni 2015 veröffentlicht. Der Schwerpunkt liegt dieses Mal auf der Regionalen Schulentwicklung. Der Bericht ist Ergebnis einer Kooperation aus Landesinstitut für Schulentwicklung und dem Statistischen Landesamt Baden-Württemberg.

zum Bildungsbericht 2015

 
 
 
 
 

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