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Weiterbildung in Baden-Württemberg

Der Weiterbildungsbereich gilt neben dem Schul-, Hochschul- und Dualen Berufsbildungssystem als vierte Säule des Bildungswesens. Gemessen an den Teilnehmerzahlen ist dieser der derzeit größte Bildungssektor in Deutschland.

Das Prinzip des lebenslangen Lernens hat sich fest in der Gesellschaft etabliert. Schließlich ist die Wirtschafts- und Arbeitswelt heute deutlich mehr von strukturellen Veränderungen und einer schnellen technologischen Entwicklung geprägt. Somit wird eine Anpassung der beruflichen Qualifikationen immer wichtiger. So nahmen 2012 mehr als die Hälfte der 18- bis 64-Jährigen mindestens ein non-formales Angebot der Weiterbildung wahr (57 Prozent). Das sind rund zehn Prozent mehr als noch im Jahr 2007. In der selben Altersgruppe besuchten 2012 auch 17 Prozent ein nicht-berufsbezogenes Bildungsangebot.

Was ist Weiterbildung?

Unter den Begriff Weiterbildung fallen ganz unterschiedliche Bildungsbereiche. Im Grunde umfasst er jegliches Lernen nach einer ersten Ausbildung, also sowohl berufliche Weiterqualifizierung als auch allgemeinbildende Lernangebote und informelles Lernen. Denn neben dem direkt beruflich verwertbaren Qualifikationserwerb sind eben auch die auf eine breite allgemeine Bildung zielenden Lernprozesse wichtig.

Vier Bereiche

Vereinfacht lässt sich das Weiterbildungsangebot in vier Bereiche einteilen:

Zu allererst gibt es die Möglichkeit des zweiten Bildungswegs. Durch ihn können Erwachsene allgemeinbildende Abschlüsse nachholen. Diese Form der Weiterbildung wird an Schulen entweder berufsbegleitend oder in Vollzeit angeboten. 13 300 Personen strebten im Schuljahr 2013/14 einen höherwertigen Schulabschluss auf dem zweiten Bildungsweg an - hier zeichnet sich eine sinkende Tendenz ab.

Als zweite Möglichkeit gibt es die berufliche Weiterbildung. Dabei geht es um die Vertiefung und Erweiterung der beruflich nutzbaren Kenntnisse und Fertigkeiten. Sie findet in der Regel in Form von Anpassungs- und Aufstiegsfortbildungen statt. Diese Form der beruflichen Weiterbildung wird arbeitsplatznah innerhalb von Betrieben sowie von externen Trägern angeboten. Berufliche Kompetenzen können aber auch über informelles oder selbst organisiertes Lernen im Arbeitsprozess erworben werden.  

Die dritte Form der Weiterbildung ist die wissenschaftliche Weiterbildung. Dabei handelt es sich um Hochschulangebote. Diese richten sich zum einen an Hochschulabsolventen, die ihr fachliches Wissen vertiefen bzw. zusätzliche Qualifikationen erwerben wollen, zum anderen an Personen, die ohne Studienabschluss wissenschaftliche Ergebnisse für ihre berufliche Weiterbildung nutzbar machen möchten. Wichtige Bereiche der wissenschaftlichen Weiterbildung sind die post-gradualen Studiengänge, die einen zusätzlichen Hochschulabschluss vermitteln, oder die Kontaktstudiengänge, die auf die Ergänzung berufspraktischer Erfahrungen zielen und ohne weiteres Hochschulzertifikat abschließen.

Die nicht direkt berufsbezogene Weiterbildung bildet den vierten Bereich der Weiterbildung. In diesen fallen alle allgemeinen Weiterbildungsangebote. Eine starre Abgrenzung zur berufsbezogenen Weiterbildung ist in der Praxis allerdings problematisch, da sich berufliche und private Motive an Weiterbildungsteilnahme überschneiden können. So sind das Erlernen von Fremdsprachen, die Weiterentwicklung sozialer und personaler Kompetenzen, Wissen im Umgang mit Medien unter anderem zentrale Schlüsselkompetenzen, die gleichermaßen für die Arbeitswelt wie die persönliche Lebenswelt von Bedeutung sind.

Orte der Weiterbildung

In Baden-Württemberg gibt es eine Vielzahl von Weiterbildungseinrichtungen, die sich in ihren Angeboten und Aufgaben stark unterscheiden. Der Weiterbildungsbereich wird - vielmehr als der stark staatlich geregelte Bereich schulischer Bildung und beruflichen Erstausbildung - durch Marktprozesse und Wettbewerbe geprägt. So gibt es neben den klassischen Bildungseinrichtungen in öffentlich-rechtlicher Hand, z. B. Kammern, Volkshochschulen, auch zunehmend mehr private Weiterbildungsanbieter.

In Baden-Württemberg gibt es derzeit 171 Volkshochschulen, deren Angebote 2015 rund 2,1 Millionen Menschen nutzten. Kirchliche Weiterbildungsangebote wurden 2015 von etwa 2,5 Millionen bildungsinteressierten Baden-Württembergern in Anspruch genommen.

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Weiterbildungsportal

 

Um einen Überblick über das Weiterbildungsangebot zu ermöglichen, stellt das Land Baden-Württemberg ein Weiterbildungsportal bereit.

In einer Datenbank befinden sich über 23.000 aktuelle Angebote, veröffentlicht von rund 1.500 Trägern.

Das Portal bietet ferner Informationen zu allen Weiterbildungsthemen, sowie eine Kommunikations-Plattform, über die neue Weiterbildungs-Konzeptionen mit internetbasierten Betreuungsmöglichkeiten realisiert werden können.

Das Weiterbildungsportal des Landes Baden Württemberg

 
 
 
 
 

Weiterbildung

 

Die Weiterbildung liegt in Baden-Württemberg in der Verantwortung mehrere Miniterien. So ist etwa das Kultusministerium für die allgemeine, politische und kulturelle Weiterbildung zuständig, während die berufliche Bildung beim Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau liegt. Für die wissenschaftliche Weiterbildung dagegen ist das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst verantwortlich.

 
 
 
 

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