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Weiterbildung in Baden-Württemberg

Der Weiterbildungsbereich gilt als vierte Säule des Bildungswesens neben dem Schul-, Hochschul- und Dualen Berufsbildungssystem und ist inzwischen, gemessen an den Teilnehmerzahlen, der größte Bildungssektor in Deutschland. Diese Entwicklung lässt sich leicht nachvollziehen: In einer Gesellschaft, die durch strukturelle Veränderungen der Wirtschafts- und Arbeitswelt, den demografischen Wandel und schnelle technologische Entwicklung geprägt ist, ist eine kontinuierliche Anpassung der beruflichen Qualifikationen zu einer Notwendigkeit geworden. Mit dem Ende einer beruflichen Ausbildung endet das Lernen nicht mehr. Jeder Einzelnen muss sich kontinuierlich neue Kenntnisse aneignet. Die Fähigkeit zum lebenslangen Lernen wird zu einer immer wichtigeren Ressource und zur Bedingung für gesellschaftliche Teilhabe.

Unter den Begriff Weiterbildung fallen ganz unterschiedliche Bildungsbereiche. Im Grunde umfasst er jegliches Lernen nach einer ersten Ausbildung, also sowohl berufliche Weiterqualifizierung als auch allgemeinbildende Lernangebote und informelles Lernen. Denn neben dem direkt beruflich verwertbaren Qualifikationserwerb sind eben auch die auf eine breite allgemeine Bildung zielenden Lernprozesse wichtig.

Grob lässt sich das Weiterbildungsangebot in vier Bereiche einteilen:

Zu allererst gibt es die Möglichkeit des zweiten Bildungswegs. Durch ihn können Erwachsene allgemeinbildende Abschlüsse nachholen. Diese Form der Weiterbildung wird an Schulen entweder berufsbegleitend oder in Vollzeit angeboten. 15 873 Personen strebten im Schuljahr 2009/10 einen höherwertigen Schulabschluss auf dem zweiten Bildungsweg an.

Als zweite Möglichkeit gibt es die berufliche Weiterbildung. Dabei geht es um die Vertiefung und Erweiterung der beruflich nutzbaren Kenntnisse und Fertigkeiten. Sie findet in der Regel in Form von Anpassungs- und Aufstiegsfortbildungen statt. Diese Form der beruflichen Weiterbildung wird arbeitsplatznah innerhalb von Betrieben sowie von externen Trägern angeboten. Berufliche Kompetenzen können aber auch über informelles oder selbst organisiertes Lernen im Arbeitsprozess erworben werden.  

Die dritte Form der Weiterbildung ist die wissenschaftliche Weiterbildung. Dabei handelt es sich um Hochschulangebote. Diese richten sich zum einen an Hochschulabsolventen, die ihr fachliches Wissen vertiefen bzw. zusätzliche Qualifikationen erwerben wollen, zum anderen an Personen, die ohne Studienabschluss wissenschaftliche Ergebnisse für ihre berufliche Weiterbildung nutzbar machen möchten. Wichtige Bereiche der wissenschaftlichen Weiterbildung sind die post-gradualen Studiengänge, die einen zusätzlichen Hochschulabschluss vermitteln, oder die Kontaktstudiengänge, die auf die Ergänzung berufspraktischer Erfahrungen zielen und ohne weiteres Hochschulzertifikat abschließen.

Die nicht direkt berufsbezogene Weiterbildung bildet den vierten Bereich der Weiterbildung. In diesen fallen alle allgemeinen Weiterbildungsangebote. Eine starre Abgrenzung zur berufsbezogenen Weiterbildung ist in der Praxis allerdings problematisch, da sich berufliche und private Motive an Weiterbildungsteilnahme überschneiden können. So sind das Erlernen von Fremdsprachen, die Weiterentwicklung sozialer und personaler Kompetenzen, Wissen im Umgang mit Medien unter anderem zentrale Schlüsselkompetenzen, die gleichermaßen für die Arbeitswelt wie die persönliche Lebenswelt von Bedeutung sind.

 Im Jahr 2007 haben 28 Prozent aller Baden-Württemberger zwischen 19 und 64 Jahren an Maßnahmen der beruflichen bzw. 30 Prozent an allgemeiner Weiterbildung teilgenommen.

In Baden-Württemberg gibt es eine Vielzahl von Weiterbildungseinrichtungen, die in einer großen Vielfalt völlig unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen. Im Gegensatz zum staatlich geregelten Bereich der schulischen Bildung und beruflichen Erstausbildung wird der Weiterbildungsbereich weitgehend durch Marktprozesse und Wettbewerb geprägt. So gibt es Weiterbildungsangebote in institutionalisierter Form von staatlich und öffentlich geförderten Angeboten, zu nicht geförderten privatwirtschaftlich organisierten Angeboten, bis zu inner- und überbetrieblicher Angeboten.

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Ministerium für Kultus, Jugend und Sport

 
 
 
 
 
 

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

 
 
 
 
 
 

Weiterbildungsportal

 
Weiterbildungsportal

Um einen Überblick über das Weiterbildungsangebot zu ermöglichen, stellt das Land Baden-Württemberg ein Weiterbildungsportal bereit.

In einer Datenbank befinden sich über 25.000 aktuelle Angebote, veröffentlicht von rund 1.300 Trägern.

Das Portal bietet ferner Informationen zu allen Weiterbildungsthemen, sowie eine Kommunikations-Plattform, über die neue Weiterbildungs-Konzeptionen mit internetbasierten Betreuungsmöglichkeiten realisiert werden können.

Das Weiterbildungsportal des Landes Baden Württemberg

 
 
 
 

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