Hörsaal der Universität Stuttgart. Foto: Christoph Hoffmann, wikicommons, CC BY-SA 2.0

Bildung und Wissenschaft

In Deutschland liegt die primäre Zuständigkeit für Bildung bei den Ländern. Damit macht sie als Teil der "Kulturhoheit" einen wichtigen Kernbereich der Eigenstaatlichkeit im Föderalismus aus.

Bund-/ Länderkompetenzen

Mit der Föderalismusreform von 2006 hat die Beziehung von Bund und Ländern im Bereich von Bildung, Wissenschaft und Forschung eine neue Grundlage erhalten. Sie eröffnet den ändern durch die Entflechtung der Zuständigkeiten neue Spielräume - insbesondere in den Bereichen Personal, Hochschulzugang, Auswahlrecht sowie Hochschulbau. Dennoch bleibt die Zuständigkeit für die Schulpolitik bei den Ländern, während die Kompetenzen bei beruflicher Bildung, Weiterbildung und bei der Ausbildungsförderung weiterhin beim Bund liegen. Auch die Möglichkeit des Zusammenwirkens von Bund und Ländern bei der Förderung überregional bedeutsamer Forschung besteht nach wie vor.

Im Jahr 2012 hat Baden-Württemberg rund 27,5 Prozent seines öffentlichen Haushalts für Bildung ausgegeben. Dieser Anteil ist vergleichbar mit den Ländern Nordrhein-Westphalen und Bayern.

Kultusministerkonferenz

In der Kultusministerkonferenz arbeiten die Länder bei den Themen Bildung und Erziehung, Hochschule und Forschung sowie Kultur zusammen. Eine Kernaufgabe der Kultusministerkonferenz besteht darin, in ganz Deutschland ein Höchstmaß an Mobilität zu sichern. Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst vertreten in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen die Interessen des Landes Baden-Württemberg.

Bildungssystem

In Baden-Württemberg existiert ein breit gefächertes Bildungssystem: Das Land hat nicht nur flächendeckende Angebote an Grund-, Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien und Sonderschulen, sondern ist auch eines der hochschulreichsten deutschen Länder. Durch das funktionierende Berufsschulwesen und mit dem Ausbau der Fachhochschulen sowie mit den Berufsakademien – einer „Erfindung“ aus Baden-Württemberg – hat das Land Beispiele gesetzt.

Der grün-schwarze Koalitionsvertrag sieht vor:

Bildungspolitik

Symbolbild Bildungspolitik: Schulklasse

Wer wird Kultusminister/in?

Susanne Eisenmann  (CDU), bisherige Schulbürgermeisterin in Stuttgart, wird Kultusministerin.

Was sind die wichtigsten Beschlüsse?

Bildungspolitik ist ein besonders wichtige - und auch besonders umstrittene Aufgabe von Landespolitik.

Gemeinschaftsschulen: Die bereits bestehenden Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg (momentan sind es etwa 300) sollen bestehen bleiben. Auch die Gründung weiterer Gemeinschaftsschulen soll möglich sein.

Bislang kann man an den bestehenden Gemeinschaftsschulen nur den Hauptschulabschluss und die Mittlere Reife ablegen, nicht aber das Abitur. In der kommenden Legislaturperiode können maximal zehn Gemeinschaftsschulen in ganz Baden-Württemberg eine gymnasiale Oberstufe einrichten.

Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Schulen in der Oberstufe mindestens 60 Schüler/innen je Jahrgang haben. Die meisten Gemeinschaftsschulen erfüllen diese Voraussetzung sowieso nicht. Absolvent/innen dieser Gemeinschaftsschulen können jedoch auf berufliche Gymnasien wechseln und dort das Abitur erwerben.

Kindergartenbesuch: Das letzte Kindergartenjahr vor der Schule wird zwar nicht kostenlos. Eltern erhalten aber ein Jahr lang einen monatlichen Zuschuss von 75 Euro, wenn sie ihr Kind in der Kindergarten schicken. Dieser Beitrag dürfte in der Regel nicht alle Gebühren abdecken. Wie viel die Eltern noch dazuzahlen müssen, hängt von ihrer finanziellen Situation, ihrem Wohnort und der wöchentlichen Betreuungszeit ab (Städtevergleich).

Betreuungsgeld: Eltern, die ihre Kleinkinder (1 bis 3 Jahre) nicht in einer staatlich geförderten Einrichtung betreuen lassen, werden kein Betreuungsgeld erhalten. Zur Erkärung: die CDU hatte im Wahlkampf mit einem Betreuungsgeld auf Landesebene geworben, wie es in ähnlicher Form in Bayern existiert.

Grundschule: Kleine Grundschulen will die Koalition „nach Möglichkeit erhalten“. Grundschüler sollen jeweils zwei Stunden Deutsch und Mathematik zusätzlich erhalten. So sollen die Grundfertigkeiten Lesen, Schreiben und Rechnen gestärkt werden.


Grundschulempfehlung: Die Grundschulempfehlung soll in BW wieder eine größere Rolle spielen. Sie wird zwar nicht wieder verpflichtend, aber sie muss an der weiterführenden Schule auf jeden Fall vorgelegt werden. Wenn die Empfehlung von der Entscheidung der Eltern abweicht, wird es ein Beratungsgespräch geben.

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Forschung im Ländle

Im Punkt der Innovationsfähigkeit belegt Baden-Württemberg im europäischen Vergleich einen Spitzenplatz. Dafür fließen auch rund 4,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung (2014) – deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt (2,9 Prozent), dem EU-Durchschnitt (2,0 Prozent) oder etwa in China, Japan und den USA.

Die Universitäten sind die größten Forschungseinrichtungen des Landes und Zentren international anerkannter Grundlagenforschung. An ihnen sind fast zwanzig Prozent aller Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingerichtet: Zwölf Institute der Max-Planck-Gesellschaft haben im Südwesten ihren Sitz und weitere 14 Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft.
Insgesamt gibt es in Baden-Württemberg über 80 Hochschulen, bzw. Hochschulstandorte.

Ein Viertel der Forschungskapazität deutscher Großforschungseinrichtungen ist in Baden-Württemberg konzentriert, so beispielsweise das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Die mehr als 100 außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind vielfach mit den Hochschulen des Landes vernetzt. Diese leistungsfähige Infrastruktur aus Universitäten, Fachhochschulen und Forschungsstätten mit vielfältigen Kompetenzen in Grundlagenforschung und angewandter Forschung ist für die Zukunft des Landes von entscheidender Bedeutung.

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Bildungsbericht 2015

 

Der dritte Bildungbericht für Baden-Württemberg wurde im Juni 2015 veröffentlicht. Der Schwerpunkt liegt dieses Mal auf der Regionalen Schulentwicklung. Der Bericht ist Ergebnis einer Kooperation aus Landesinstitut für Schulentwicklung und dem Statistischen Landesamt Baden-Württemberg.

zum Bildungsbericht 2015

 
 
 
 
 

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