Foto: LMZ Baden-Württemberg

Bildung und Wissenschaft

Dr. Reinhold Weber

Die Bildungs- und Wissenschaftspolitik ist das Herzstück der Kulturhoheit der Länder. Sie macht einen Kernbereich ihrer Eigenstaatlichkeit aus. Die im Jahr 2006 beschlossene Föderalismusreform stellt die Beziehung von Bund und Ländern im Bereich von Bildung, Wissenschaft und Forschung auf eine neue Grundlage. Mit der Entflechtung der Zuständigkeiten eröffnen sich den Ländern neue Spielräume,  insbesondere in den Bereichen Personal, Hochschulzugang, Auswahlrecht sowie Hochschulbau.

Die Zuständigkeit für die Schulpolitik verbleibt bei den Ländern. Die berufliche Bildung und Weiterbildung sowie die Ausbildungsförderung  liegen weiterhin im Kompetenzbereich des Bundes. Die Möglichkeit des Zusammenwirkens von Bund und Ländern bei der Förderung überregional bedeutsamer Forschung besteht weiterhin.

In der Kultusministerkonferenz arbeiten die Länder bei den Themen Bildung und Erziehung, Hochschule und Forschung sowie Kultur zusammen. Eine Kernaufgabe der Kultusministerkonferenz besteht darin, in ganz Deutschland ein Höchstmaß an  Mobilität zu sichern. Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst vertreten in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen die Interessen des Landes Baden-Württemberg.

In Baden-Württemberg existiert ein breit gefächertes Bildungssystem: Das Land hat nicht nur flächendeckende Angebote an Grund-, Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien und Sonderschulen, sondern ist auch eines der hochschulreichsten deutschen Länder. Durch das funktionierende Berufsschulwesen und mit dem Ausbau der Fachhochschulen sowie mit den Berufsakademien – einer „Erfindung“ aus Baden-Württemberg – hat das Land Beispiele gesetzt.

Forschung im Ländle

Baden-Württemberg ist eine der forschungsreichsten Regionen Europas. Rund 4,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts fließen in Forschung und Entwicklung – ein internationaler Spitzenwert. Die Universitäten sind die größten Forschungseinrichtungen des Landes und Zentren international anerkannter Grundlagenforschung. An ihnen sind fast zwanzig Prozent aller Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingerichtet: Zwölf Institute der Max-Planck-Gesellschaft haben im Südwesten ihren Sitz und weitere 14 Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft.

Ein Viertel der Forschungskapazität deutscher Großforschungseinrichtungen ist in Baden-Württemberg konzentriert, so beispielsweise das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Die mehr als 100 außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind vielfach mit den Hochschulen des Landes vernetzt. Diese leistungsfähige Infrastruktur aus Universitäten, Fachhochschulen und Forschungsstätten mit vielfältigen Kompetenzen in Grundlagenforschung und angewandter Forschung ist für die Zukunft des Landes von entscheidender Bedeutung.

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Ministerium für Kultus, Jugend und Sport

 

Die Ministerin für Kultus, Jugend und Sport heißt Susanne Eisenmann (*28. November 1964). Bis zu ihrem Amtsantritt war sie Bürgermeisterin in Stuttgart für Kultur, Schule und Sport. Studiert hat sie ebenfalls in der Landeshauptstadt die Fächer Germanistik, Linguistik und Politikwissenschaft. Ihren Doktor machte sie im Fachbereich Philosophie. Der Jungen Union trat sie bereits im Alter von 16 Jahren bei und machte dann politische Karriere in Stuttgart. So war sie Gemeinderätin, Fraktionsvorsitzende im Rathaus und schließlich Vorsitzende der CDU Fraktion im Gemeinderat der Stadt Stuttgart.

Im Ministerium wird sie von Staatssekretär Volker Schebesta unterstützt.

 
 
 
 
 

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

 

Landesministerin für Wissenschaft, Kunst und Sport bleibt die Grünen Politikerin Theresia Bauer (*6. April 1965). Seit 2001 vertritt sie die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg. Nach ihrem Studium der Politikwissenschaft, Volkswissenschaft und Germanistik arbeitete sie bei der Gesellschaft für politische Ökonomie als Referentin für Politische Bildung. Zudem stand sie der Heinrich-Böll-Stiftung bis 2001 als Geschäftsführerin vor.
Bei den Grünen war sie bis 2011 im Landesvorstand vertreten und als stellvertretende Fraktionsvorsitzende tätig. Sie saß im Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kunst, sowie im Aufsichtsrat der Landesstiftung Baden-Württemberg. Sie wurde bereits drei Mal von dem Deutschen Hochschulverband als "Wissenschaftsministerin des Jahres" ausgezeichnet.
Theresia Bauer holte das Direktmandat aus dem Wahlkreis Heidelberg.

Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst ist Petra von Olschowski.

 
 
 
 

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