
- Foto: LMZ Baden-Württemberg
Die Bevölkerung
Die Bevölkerung in Baden-Württemberg ist in der Vergangenheit rasant gewachsen: Um 1900 wohnten rund 4,1 Millionen Menschen im deutschen Südwesten, Ende 1952 waren es bereits 6,6 Millionen – und heute sind es etwa 10,7 Millionen. Mit 50,9 Prozent sind dabei die Frauen leicht in der Mehrheit.
Inzwischen ist die Bevölkerungsentwicklung auch im Südwesten rückläufig. So ist die Einwohnerzahl Baden-Württembergs im Jahr 2009 um etwa 4.600 Personen auf 10.745.000 Einwohner zurückgegangen. Damit hat sich der Bevölkerungsrückgang fortgesetzt. Im Jahr 2008, in dem die Einwohnerzahl erstmals seit 1984 wieder gesunken ist, lag der Rückgang nur bei knapp 300 Menschen.
Ursache dieser Entwicklung ist zum einen, dass das Geburtendefizit, also die Differenz zwischen Geborenen und Gestorbenen, von rund 4.500 Personen im Jahr 2008 auf knapp 7.900 im Jahr 2009 angestiegen ist. Im Südwesten sind 2009 89.700 Kinder geboren worden (2.200 weniger als 2008). Das ist die geringste Geborenenzahl seit Bestehen des Landes. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Gestorbenen um gut 1.100 auf etwa 97.600 erhöht.
Zum anderen ist der Wanderungsgewinn im Jahr 2009 gegenüber 2008 nochmals zurückgegangen: 2009 lag das Wanderungsplus lediglich bei 3.400 Personen, im Jahr 2008 waren dagegen noch rund 4.400 Personen mehr nach Baden-Württemberg zu- als fortgezogen.
Für die nächsten Jahre wird sich der Bevölkerungsrückgang im Land fortsetzen. Zwar ist davon auszugehen ist, dass die Lebenserwartung der Bevölkerung künftig weiter ansteigt, dennoch wird sich das Geburtendefizit aufgrund der Altersstruktur der Bevölkerung – immer mehr älteren stehen immer weniger junge Menschen gegenüber – stetig vergrößern. Die zu erwartenden künftigen Wanderungsgewinne werden das steigende Geburtendefizit nicht mehr kompensieren können.
Vor allem die eher ländlich strukturierten Räume verlieren bereits heute Einwohner. Andere Räume wachsen vorerst noch und werden voraus sichtlich auch weniger Bevölkerung verlieren. Dies trifft besonders auf die Stadtkreise zu.
Die räumliche Bevölkerungsverteilung
Die Größenunterschiede zwischen den Kommunen im Land sind beachtlich. Zwar hat die Gemeindereform zu Beginn der 1970er Jahre die Zahl der Kommunen auf rund ein Drittel reduziert. Trotzdem gibt es aber unter den 1.102 Kommunen des Landes noch über achtzig mit weniger als 1.000 Einwohnern. Auf der anderen Seite zählen neun baden-württembergische Städte zu den bundesdeutschen Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern: An der Spitze steht die Landeshauptstadt Stuttgart mit 593.000 Einwohnern, gefolgt von Mannheim (308.000) und Karlsruhe (285.000).
Annähernd jeder fünfte Baden-Württemberger lebt in einer Großstadt. Die meisten Baden-Württemberger – annähernd sechzig Prozent – leben aber in den rund 500 Kommunen mit zwischen 5.000 und 50.000 Einwohnern. Mit Abstand am dichtesten besiedelt sind die industriellen Ballungsräume im Land, allen voran die Region Stuttgart. Es folgen die Regionen Mittlerer Oberrhein und Unterer Neckar. Am wenigsten Einwohner je Quadratkilometer haben die Regionen Heilbronn-Franken, Bodensee-Oberschwaben und Donau-Iller. Während in der Region Stuttgart durchschnittlich rund 730 Menschen pro Quadratkilometer leben, sind es in der Region Donau-Iller nur rund 170. Auf das ganze Land gesehen leben etwa 300 Menschen pro Quadratkilometer. Im innerdeutschen Vergleich der Länder liegt Baden-Württemberg damit auf Rang fünf.
Baden-Württemberg - ein Porträt in Zahlen 2011

Statistisches Landesamt: Baden-Württemberg - ein Porträt in Zahlen 2011
