Gekrönte Häupter unter sich: Queen Elizabeth II. und der „Dichterkönig“ in Gestalt der Schillerbüste des Bildhauers Johann Heinrich Dannecker. Die Queen und der deutschstämmige Prinz Philip besuchten 1965 bei einem Staatsbesuch Schillers Geburtshaus und das Schiller-Nationalmuseum. Foto: Deutsches Literaturarchiv Marbach

Marbach am Neckar

Olymp und Hades der Literatur in der schwäbischen Provinz

Heike Gfrereis

Die Anekdote ist gut erfunden. „Where are the horses“, soll Queen Elizabeth II. gefragt haben, als sie 1965 durch das Schiller-Nationalmuseum in Marbach geführt wurde und statt der geliebten Pferde Handschriften und Bilder des berühmtesten schwäbischen Dichters ansehen durfte. Marbach am Neckar, nicht Marbach an der Lauter. Unterschiedlicher als die beiden schwäbischen Orte können kaum zwei Namensvettern sein.

Beide allerdings sind berühmt und markieren in ihrem Fach den Olymp: die zum Landkreis Ludwigsburg gehörende Kleinstadt Marbach am Neckar mit dem Geburtshaus von Friedrich Schiller, dem Deutschen Literaturarchiv und den beiden Literaturmuseen; der Weiler Marbach an der Lauter im Gomadinger Ortsteil Dapfen mit dem Landesgestüt und seiner weltbekannten Araberzucht. Pferdenärrische kleine Mädchen zieht es in dieses und später dann oft in jenes, um das vorgestellte Glück im Sattel gegen das der poetischen Imagination einzutauschen.

Doch wie kam es dazu, dass der Olymp der deutschsprachigen Literatur in einem schwäbischen Städtchen liegt und welche Bedeutung spielt dabei die Unterwelt, der Hades?



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