Landeskunde Baden-Württemberg

 

Geschichte des Klimas bis 1500

Zur Zeit der Entstehung der Erde, vor 4,6 Milliarden Jahren, betrug die Bodentemperatur 180 Grad Celsius. Wasser gab es noch nicht und auch die Atmosphäre bildete sich erst später. Die Abkühlung der Erde dauerte sehr lange: Erst vor 4 Milliarden Jahren sank die Temperatur unter 100 Grad Celsius.

Vor 2,3 Milliarden Jahren erlebte die Erde ihre erste Eiszeit, weitere folgten. Unter einer Eiszeit versteht man die Zeit, in der einer oder beide Pole der Erde vereist sind. Dieser Zustand ist die Ausnahme; in der überwiegenden Zeit waren die Pole nicht vereist. Innerhalb von Eiszeiten wechseln sich außerdem Warm- und Kaltzeiten ab.
So ist es bis heute: Seit 2,6 Millionen Jahren schon herrscht die jüngste Eiszeit, innerhalb derer wir momentan in einer Warmzeit leben.

Typisch für warmes Klima: Die offene Bauweise der Römerzeit. hier ein Peristyl der Villa di San Marco in Stabiae. Foto: Al Mare, Quelle. Wikipedia, Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Antike

Im Verlauf der Menschheitsgeschichte werden immer wieder Zusammenhänge zwischen klimatischen und gesellschaftlichen Entwicklungen angenommen.
Bekannt sind vor allem das sogenannte „Optimum der Römerzeit“, sowie das „Pessimum der Völkerwanderungszeit“. Mit ersterem Begriff wird auf einen anzunehmenden Zusammenhang zwischen der Blüte der Stadt Rom und den zu dieser Zeit milden klimatischen Bedingungen hingewiesen. Auch eine Verbindung der vielfältigen Völkerwanderungen zwischen viertem und sechstem Jahrhundert nach Christus mit den damaligen schlechten klimatischen Bedingungen kann angenommen werden.

 

Mittelalter

Im sechsten Jahrhundert nach Christus war es in Europa fast durchweg bitterkalt. Die Folge war tausendfacher Hungertod, durch den die Bevölkerungszahlen Europas schließlich auf ein nie mehr erreichtes Tief sanken. Die Landwirtschaft ging immer weiter zurück, Siedlungen wurden aufgegeben und die Menschen mussten sich sogar gegen Wölfe schützen, denen es in Russland zu kalt geworden war.

 

Bevölkerungswachstum der Jahre 800 bis 1850. © Julia Pongratz, Max-Planck-Institut für Meteorologie.

Ob man in den späteren Jahrhunderten des Mittelalters von einer „Mittelalterlichen Warmzeit“ sprechen kann, ist unter Forschern noch umstritten.
Sicher aber ist, dass die Hungersnöte seltener wurden und bereits vor der Industriellen Revolution, die eine wahre Bevölkerungsexplosion auslöste, ein fast durchweg anhaltendes Bevölkerungswachstum stattfand.

Im 14. Jahrhundert allerdings – zur Zeit der Pestepidemien in Europa – waren die Temperaturen extrem niedrig, sodass es zu großen Hungersnöten kam. Das Getreide verfaulte, der gesamte Wein erfror. Schließlich mussten sich die Menschen auch von Hunden und Pferden ernähren.

Einzelne klimatische Schwankungen fanden freilich auch während des Mittelalters statt: So wird aus dem heutigen Baden-Württemberg von Weihnachten 1289 berichtet, dass die Bäume bereits ausschlugen und über das Jahr 1220 weiß man sogar, dass im Februar reife Erdbeeren geerntet werden konnten.

 

zurück                                                                                            weiter

Nach oben