Landeskunde Baden-Württemberg

 

Die Universität und andere Zeitzeugen

Die Freiburger Universität ist eine Gründung des habsburgischen Erzherzogs Albrecht VI. Sie war nach Wien die zweite Universität im habsburgischen Herrschaftsgebiet. Ihre Gründung festigte die Stellung Freiburgs als Hauptort im Breisgau und am Oberrhein. Zu Anfang des 17. Jahrhunderts übernahmen die Jesuiten die Philosophische Fakultät. Ihr Gymnasium und die Alte Universität prägen bis heute das Stadtbild.

Das Kaufhaus am Freiburger Münsterplatz, einer der schönsten spätgotischen Bauten der Stadt, zieren österreichische Wappen aus der Zeit Kaiser Karls V. und König Ferdinands I. An zentraler Stelle sichtbar, bilden die Wappen eine Dokumentation des habsburgischen Herrschaftsanspruchs in Südwestdeutschland, wie er sonst so nicht zu finden ist. Im Chor des Freiburger Münsters setzen die mehr als fünf Meter hohen, von Kaiser Maximilian gestifteten Kaiserfenster für Kaiser Maximilian I. und Karl V. einen besonderen Höhepunkt. Sie sind – heute ins Augustinermuseum versetzt – die monumentalsten bildlichen Zeugnisse habsburgischer Vergangenheit in den Vorlanden.

Die Decke des alten Freiburger Rathauses ziert ein den Raum beherrschendes österreichisches Doppeladlerwappen, wie es sonst nur in der Stadt Burgau und als Zweiteinbau im Museum der Stadt Günzburg erhalten ist. Das Relief am Martinstor zum Gedenken an die 1796 unter dem Stadtrat Caluri gegen die Franzosen gefallenen Freiburger Freiwilligen erinnert an die dramatische Kriegsgeschichte des österreichischen Freiburg. Die Münzsammlung im Stadtmuseum, das Archiv des Dritten Standes der vorderösterreichischen Stände im Stadtarchiv, das Wentzingerhaus, das Greifenegg-Schlösschen – es gibt keine Stadt, in der die österreichische Vergangenheit optisch so präsent wäre wie in Freiburg.

Das historische Kaufhaus am Münsterplatz ist einer der schönsten spätgotischen Bauten in Freiburg. Fotograph: Joergens.mi/Wikipedia. Original unter: //commons.wikimedia.org/wiki/File:Historisches_Kaufhaus_(Freiburg)_2431.jpg Lizenz: CC-BY-SA-3.0 (de)