Landeskunde Baden-Württemberg

 

Donaueschingen

Das ist zu sehen

Stadtfriedhof: Grabstätte des preußischen Majors Waldemar von Hanneken, der in Waghäusel, Wiesental, Durlach und an der Murg gegen die Aufständischen gekämpft hatte und im September 1849 in Pfohren starb.

Gasthaus "Zum Hirschen":
Treffpunkt der Oppositionellen 1848.

Das ist geschehen

Donaueschingen, seit 1844 Sitz eines Bezirksamts, gehörte zur Standesherrschaft der Fürsten zu Fürstenberg und war deren Residenzstadt. Ein Edikt aus dem Jahr 1823 zwischen den Fürsten und dem badischen Staat hatte ersteren eine Anzahl von Sonderrechten eingeräumt, weshalb sich die Bauern selbst im regionalen Vergleich deutlich benachteiligt fühlen mußten. Sehr früh hatte in Donaueschingen die republikanische Agitation eingesetzt. Am 8. März 1848 wurde auf den Rübäckern (dem späteren Bahnhofsareal) eine Volksversammlung mit 4 000 Teilnehmern abgehalten, bei welcher die auch andernorts erhobenen Forderungen nach Pressefreiheit, Schwurgerichten, Volksbewaffnung, einem deutschen Parlament und gerechteren Steuern aufgestellt wurden. Nur zwei Tage später erfolgte die allgemeine Bürgerbewaffnung. Immerhin über 300 Mann, darunter gezwungenermaßen auch der Erbprinz und seine beiden jüngeren Brüder, traten in die Bürgerwehr ein.

Für den 14. April 1848 hatte Hecker, der Donaueschingen entscheidendes strategisches Gewicht beimaß, die Bewohner der umliegenden Amtsbezirke zu einer bewaffneten Volksversammlung nach Donaueschingen eingeladen. Gustav Struves Auftreten zuvor änderte jedoch nichts an der Tatsache, daß die Veranstaltung nur auf eine geringe Resonanz stieß. Als Hecker am 15. April 1848 auf Donaueschingen zumarschierte, mußte er zu seiner großen Enttäuschung erfahren, daß sich nur 200 bis 300 bewaffnete Oppositionelle in der Stadt befanden und gleichzeitig württembergisches Militär von Nordosten anrückte. Struve hatte inzwischen in einer Verhandlung mit dem württembergischen General von Miller erreicht, daß die Republikaner ungehindert die Stadt räumen konnten und die Württemberger sich bis zur Dämmerung ruhig verhalten würden. Fast gleichzeitig rückte Heckers Haupttrupp mit ca. 800 Mann von Pfohren heran, was die Kampfeslust der noch in Donaueschingen Stehenden ungemein steigerte. Enttäuschung und Unmut über die de facto-Kapitulation waren groß. Statt dessen mußte Hecker nun umdisponieren. Über Pfohren ging es weiter südwestwärts, neues Zwischenziel war Todtnau.

In Donaueschingen kam es nach dem Einzug der Württemberger zu einer Verhaftungswelle (u.a. auch Bürgermeister Rau), die allein schon dafür sorgte, daß der demokratische Gedanke nicht erlosch.

"Schwarzwaldbahn" Offenburg-Konstanz, "Höllentalbahn" Freiburg- Donaueschingen, "Donautalbahn"