Flusslandschaften und Gäuflächen
Rhein
Der Hochrhein mündet bei Stein am Rhein aus dem Bodensee aus und führt bis zum Rheinknie bei Basel, biegt dann als Oberrhein in süd-nördliche Richtung um und verlässt bei Mannheim das Gebiet Baden-Württembergs. Er wird sowohl auf deutscher wie französischer Seite von einem unterschiedlich breiten Tiefland begleitet, das im Zuge des Oberrheingrabenbruchs seit dem Tertiär entstanden ist und eine klimatische wie agrargeografische Gunstlandschaft ersten Ranges darstellt. Das Rheintal bildet auch einen wichtigen verkehrsgeografischen Durchgangsraum, Teil der europäischen Rheinschiene, und es handelt sich – allerdings mit zunehmender Durchlässigkeit – um einen Grenzraum zur Schweiz und zu Frankreich.
Donau
Die Donau durchbricht den südlichsten Teil der Schwäbischen Alb teilweise in einem imposanten Durchbruchstal, dem Naturpark Oberes Donautal, und bildet ab Sigmaringen in etwa die südliche Begrenzung der Schwäbischen Alb und damit die nördliche Grenze des "Oberlandes". Der Donaulauf markiert keinen Grabenbruch; er ist vielmehr im Glazial und Postglazial in manchen Laufabschnitten verlegt worden. Entsprechend fehlt eine breite Talschaft und auch eine entsprechende verkehrsgeografische Leitlinienfunktion: keine Autobahn oder ICE-Strecke begleitet das Donautal.
Neckar
Der Neckar schließlich entspringt bei Schwenningen als unspektakuläres Rinnsal und fließt zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb in nordöstlicher Richtung, schlängelt sich durch Bad Cannstatt an Stuttgart vorbei und durchschneidet in seinem Unterlauf als romantisches Engtal den südlichen Odenwald. Auf seinem Lauf durchquert der Fluss einen erheblichen Teil der südwestdeutschen Schichtstufenlandschaft. Sie erstreckt sich zwischen Schwarzwald und Alb über ein Gebiet, das im Süden schmal, im Norden breiter ist. Man hat es deswegen auch gerne mit einem "Fächer" verglichen, wobei der Fächergriff im Bereich der Baar liegt. Relativ ebene, weitgespannte Reliefpartien werden von oft über hundert Meter hohen Stufen begrenzt, oberhalb derer erneut flaches Gelände einsetzt.
Gäuflächen
Die flachen Geländepartien sind überwiegend nach Osten geneigt. Sie werden als Gäue bezeichnet. Zu ihnen gehören von Süden nach Norden das Stroh- und Heckengäu, das Obere Gäu, Korngäu, Kraichgau. Diese Landschaften sind durch den oberen Muschelkalk mit einem auflagernden Substrat (Lettenkohle, Löss) geprägt, die sie sehr ackergünstig machen und zu ihrer frühen Besiedlung mit beigetragen haben.
