Biographien

Peter Merseburger: Kurt Schumacher. Patriot, Volkstribun, Sozialdemokrat. Pantheon Verlag, München 2010. 560 Seiten. ISBN: 978-3-570-55139-4. 16,99 EUR

Kurt Schumacher war nach 1945 einer der wenigen Deutschen mit einer glaubwürdigen demokratischen Biographie. Zurück aus mehrjähriger KZ Haft, engagierte sich der Vorsitzende der SPD leidenschaftlich für eine Verbindung von Sozialismus und Demokratie. Eine Allianz mit den Kommunisten lehnte er ebenso ab wie die Politik Konrad Adenauers, zu dessen großem Gegenspieler er wurde. Diese Biographie entschlüsselt nicht nur das Leben eines bedeutenden deutschen Politikers, sondern bietet zugleich einen glänzenden historischen Abriss vom Kaiserreich über Weimar und den Nationalsozialismus bis zur Nachkriegszeit. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auch auf der württembergischen Landesgeschichte, denn hier hat Kurt Schumacher seine politische Karriere begonnen, hier hat er seinen mutigen und vehementen Kampf gegen die Nationalsozialisten geführt und hier hat sein Leidensweg durch die Konzentrationslager begonnen.

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Hans-Peter Schwarz: Das Gesicht des 20. Jahrhunderts. Monster, Retter, Mediokritäten. Verlag Pantheon, München 2010. 896 Seiten. ISBN: 978-3-570-55121-9. 19,99 EUR.

Herausragende Persönlichkeiten prägten das 20. Jahrhundert im Guten wie im Schlechten, sie zerschlugen die gewohnte Ordnung und gaben der Weltgeschichte eine neue Richtung: „Monster“ wie Hitler und Stalin, „Retter“ wie Roosevelt und de Gaulle, Freiheitskämpfer wie Gandhi und Mandela. Eine faszinierende Porträtgalerie und das schillernde Gesamtbild einer bewegten Epoche, die eine Ausnahmerolle im Lauf der Geschichte eingenommen hat.

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Klaus Hänsch: Kontinent der Hoffnungen. Mein europäisches Leben. Verlag J.H.W. Dietz Nachf., Bonn 2010. 272 Seiten. ISBN 978-3-8012-0403-7. 18,00 EUR.

Mit sprachlicher Eleganz und viel Humor erzählt der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments Klaus Hänsch, wie in Straßburg und Brüssel Politik gemacht wird und wie Europa sein Leben prägte. Seine einfühlsamen Erinnerungen erlauben einen Blick in die Seele des „Kontinents der Hoffnungen“ und hinter die Kulissen komplizierter Entscheidungsprozesse. So manches Vorurteil gegen „die in Europa“ bleibt da auf der Strecke.

Der im schlesischen Sprottau geborene Sozialdemokrat beantwortet die Frage nach der Bedeutung Europas zunächst mit einer eigenen Geschichte: Seine Familie floh 1945 aus dem heutigen Polen. Er wuchs in Flensburg auf, studierte in Paris und wurde 65 Jahre später Ehrenbürger von Szprotawa, seiner Geburtsstadt. Hänschs Botschaft: Europa hat die Gegnerschaften von Krieg und Nachkriegszeit überwunden und muss sich nun gemeinsam seiner globalen Verantwortung stellen. Und die Menschen erkennen, dass sie politisch und wirtschaftlich von einer starken EU profitierten. Während seiner Zeit in Straßburg entwickelte sich das einst machtlose Europäische Parlament zu einer Schaltstelle der europäischen Willensbildung.

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Renate Faerber-Husemann: Der Querdenker. Erhard Eppler. Eine Biographie. Verlag J.H.W. Dietz, Bonn 2010. 296 Seiten. ISBN 978-3-8012-0402-0. 24,90 EUR.

„Natürlich wollte ich Macht – Gestaltungsmacht“, bekennt Erhard Eppler. Sein Wort hat Gewicht in Deutschland seit über 50 Jahren. Der geradlinige Politiker, Lehrer und schwäbische Protestant gilt als kritisches Gewissen der Bundesrepublik und der SPD. Er hielt an seinen klaren Positionen auch dann fest, wenn dies zu Lasten seiner politischen Karriere ging. Egon Bahr hat einmal über ihn geschrieben: „Wer zu früh kommt, den bestraft das Leben auch.“ Nach seinem Rückzug von allen politischen Ämtern und Mandaten 1982 begann seine zweite erstaunliche Karriere als Vor- und Nach- und Querdenker, auf den sich nicht nur Sozialdemokraten berufen.

Die Biographie porträtiert den Politiker, der von 1973 bis 1981 Vorsitzender der baden-württembergischen Landes-SPD war und dessen Wort noch heute Gewicht hat in der Partei.

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Theodor Heuss: Hochverehrter Herr Bundespräsident! Der Briefwechsel mit der Bevölkerung 1949–1959. Hrsg. von Wolfram Werner. Verlag K. G. Saur, München 2010. 588 Seiten. ISBN 978-3-598-25126-9. EUR 39,95

Mit einem weiteren Band der „Stuttgarter Ausgabe“ der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus werden wird die deutsche Nachkriegsgesellschaft im politischen Dialog zwischen Bevölkerung und dem ersten Bundes- präsidenten thematisiert. Von Anfang an war es dem ersten Bundespräsidenten ein Anliegen, auf viele der Briefe aus der Bevölkerung, die ihn täglich zu Hunderten erreichten, persönlich zu antworten. In Heuss' Briefwechsel mit den Bürgern werden wichtige Themen der Nachkriegsgesellschaft zwischen Zusammenbruch und Wiederaufbau, Restauration und Neubeginn sichtbar. Heuss verfasste seine Briefe individuell und freundlich im Ton, oftmals voller Humor, bisweilen aber auch belehrend oder kämpferisch. Präsentiert werden die Briefe aus der Bevölkerung und Heuss' Antwortschreiben. 

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Barbara Beuys: Sophie Scholl. Biographie. Hanser Verlag, München 2010. 496 Seiten. ISBN 978-3-446-23505-2. EUR 24,90 

Sophie Scholl, in Forchtenberg geboren und in Ludwigsburg sowie in Ulm aufgewachsen, ist eine Ikone der deutschen Geschichte. Mit Flugblättern hatte sie es gewagt, die verbrecherische Politik Adolf Hitlers anzuklagen. Doch ihr Weg von der jugendlichen NS-Führerin zur entschiedenen Gegnerin des Nationalsozialismus war länger, widersprüchlicher und differenzierter als bisher dargestellt.
Barbara Beuys hat Hunderte bisher unbekannte Dokumente gesichtet, die das Rückgrat der ersten umfassenden Biographie über Sophie Scholl bilden. Eingebettet in die farbige, historisch präzise Schilderung der Nazi-Herrschaft beschreibt sie meisterhaft die ganze Lebensspanne der Widerstandskämpferin der Weißen Rose.
 

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Kurt Hochstuhl: Leo Wohleb. Pädagoge und Politiker. DRW Verlag, Leinfelden-Echterdingen 2009. 128 Seiten. ISBN 978-3-87181-768-7. EUR 12,90

Leo Wohleb (1888–1955) war der letzte Staatspräsident der kurzlebigen Nachkriegsschöpfung Badens und gehört zu den Gründungsvätern des heutigen Landes Baden-Württemberg. Er war gebildeter Humanist, gläubiger Mensch, engagierter Pädagoge und Erzieher sowie anerkannter Wissenschaftler. Neben der Würdigung des politischen Lebenswerks zeichnet die Biografie Leo Wohlebs Werdegang nach. Ein knapper Forschungsüberblick, eine Zeittafel und ein einführendes Literaturverzeichnis runden das Buch ab. Kurt Hochstuhl legt mit eine Wohleb-Biographie vor, die sich ausdrücklich an interessierte Laien und Einsteiger in das Thema wendet.
 

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Bernd Jürgen Warneken: Schubart. Der unbürgerliche Bürger. Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2009. 419 Seiten. ISBN:9783821845982. EUR 32

Für die Pressefreiheiten, die er sich herausnahm, büßte er mit einer zehnjährigen Haft ohne Anklage und Urteil. Danach blieben ihm nur noch vier Jahre. Das hat die Biographie des Mannes vom Hohenasperg vor sein Werk geschoben. Das Buch von Bernd Jürgen Warneken führt beides wieder zusammen: Sie zeigt einen eigensinnigen Aufklärer, der die bürgerliche Emanzipation mit „Wucht und Wärme“ (Hermann Hesse) vorantreibt, das bürgerliche Habitusideal jedoch bewusst verfehlt. Resigniert schrieb in seinem Todesjahr die Zensurbehörde, der Schubarts „freie Schreibart“ von Anfang an missfallen hat: „Allein – sein Ton gefiel dem Publico.“

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Theodor Heuss: Aufbruch im Kaiserreich. Briefe 1892–1917. Hrsg. von Frieder Günther. Verlag K. G. Saur, München 2009. 622 Seiten. ISBN: 978-3-598-25123-8. EUR 39,95

Die Wilhelminische Epoche und die Katastrophe des Ersten Weltkrieges waren für die Entwicklung von Theodor Heuss in vielfacher Hinsicht prägend. Als Schüler und Student sowie später als Redakteur und Publizist machte er Erfahrungen und knüpfte Kontakte, die für seine weitere Karriere bestimmend werden sollten. Dabei war die Politik neben der Kunst, der Literatur und der Wissenschaft nur ein Gebiet, in dem er sich besonders engagierte. In allen diesen Bereichen befürwortete er einen Aufbruch aus dem beengend, rückständig und obrigkeitsstaatlich empfundenen Kaiserreich. Während Heuss seinen Briefpartnern zunächst als ungemein lebenslustiger, geistvoller und zuweilen übermütiger Jugendlicher begegnete, erscheint er später als umfassend gebildeter, humorvoller und verantwortungsbewusster Journalist und Familienvater.

In den 228 ausgewählten Briefen von Heuss spiegeln sich seine abwechslungsreiche Biographie und die spannungsreichen Zeitläufte der Jahre 1892 bis 1917. Sie sind das Zeugnis eines virtuosen Briefschreibers, der schon als junger Mensch mit wichtigen Zeitgenossen korrespondierte: mit Politikern, Publizisten, Schriftstellern und Künstlern.
 

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Theodor Heuss: Briefe 1933–1945. In der Defensive, hrsg. und eingeleitet von Elke Seefried. Stuttgarter Ausgabe, hrsg. von der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Verlag K. G. Saur, München 2009. 646 Seiten. ISBN 978-3-598-25124-5. EUR 39,95

Unter dem nationalsozialistischen Regime geriet Theodor Heuss rasch in die Defensive. Er verlor fast alle seine öffentlichen Ämter und Funktionen. Doch als Publizist verteidigte Heuss seine liberalen Überzeugungen. Wir begegnen einem Bildungsbürger, der versuchte, sich in einer feindlichen politischen Umwelt Freiräume zu erkämpfen. In den 194 ausgewählten, zumeist unbekannten Briefen spiegeln sich seine aufregende Biographie und die dramatischen Zeitläufte von der Machtübertragung an die Nationalsozialisten im Januar 1933 bis zum Kriegsende 1945. 

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Theodor Heuss: Schattenbeschwörung. Randfiguren der Geschichte. Eingeleitet und herausgegeben von Friedemann Schmoll. Verlag Klöpfer und Meyer, Tübingen 2009. 222 Seiten, EUR 14

Mit der lobenswerten „kleinen Landesbibliothek“, die auf insgesamt 25 Bände angelegt ist, setzt der stets um „kritische Heimatkunde“ bemühte Tübinger Verlag Klöpfer und Meyer neue Akzente zu unvergessenen Klassikern und lädt ein zur Wieder- oder gar Neuentdeckung literarischer Schätze aus dem Südwesten. 

Die ersten vier Bände der „kleinen Landesbibliothek“ erschienen im Februar 2009: „Die Räuber“ und „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“ von Friedrich Schiller, „Kalendergeschichten“ von Johann Peter Hebel, „Erzählungen“ von Hermann Kurz und schließlich „Schattenbeschwörung. Randfiguren der Geschichte“ von Theodor Heuss.

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Theodor Heuss: Briefe 1918–1933. Bürger der Weimarer Republik, hrsg. und eingeleitet von Michael Dorrmann. Stuttgarter Ausgabe, hrsg. von der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Verlag K. G. Saur, München 2008. 631 Seiten. ISBN 978-3-598-25122-1. EUR 39,80 

Theodor Heuss verteidigte als ungewöhnlich vielseitiger Bürger und engagierter Demokrat die Weimarer Republik durch alle ihre Krisen hindurch. Seit 1918 arbeitete er als Redakteur und Verbandsfunktionär in Berlin. Zudem setzte er sich für die staatsbürgerliche Bildung ein und trat unermüdlich als Redner und Publizist auf. Vor allem als linksliberaler Abgeordneter im Reichstag stritt Heuss seit 1924 für die bald bedrängte Demokratie bis zum Ende der Weimarer Republik.

In den 229 ausgewählten und weitgehend noch unpublizierten Briefen von Theodor Heuss spiegeln sich seine aufregende Biographie und die dramatischen Zeitläufte vom letzten Kriegsjahr bis zur Machtübertragung an die Nationalsozialisten im Januar 1933 wechselseitig.
 

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Theodor Heuss: Briefe 1945–1949. Erzieher zur Demokratie, hrsg. und eingeleitet von Ernst Wolfgang Becker. Stuttgarter Ausgabe, hrsg. von der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Verlag K. G. Saur, München 2007. 621 Seiten. ISBN 978-3-598-25125-2. EUR 39,80

Theodor Heuss gehört zu den maßgeblichen Begründern eines politischen Neubeginns in Deutschland. Schon kurz nach Kriegsende betraute ihn die amerikanische Besatzungsmacht mit der Herausgabe der „Rhein-Neckar-Zeitung“, bald darauf mit der Leitung des württemberg-badischen „Kultministeriums“. Als liberaler Parteipolitiker gewann er Ansehen in allen vier Besatzungszonen. Seine wichtigste Aufgabe fand er 1948/49 in den Verfassungsberatungen des Parlamentarischen Rates, in denen er entscheidend zur Entstehung des Grundgesetzes beitrug. Zudem plädierte der Publizist und Redner Heuss für eine moralische Erneuerung und schonungslose Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Deutschen unter dem nationalsozialistischen Regime. So war er seiner Zeit ein Erzieher zur Demokratie.

In den 220 ausgewählten und weitgehend noch unpublizierten Briefen von Theodor Heuss spiegeln sich seine aufregende Biographie und die dramatischen Zeitläufte bis zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten im September 1949 wechselseitig. Sie sind das außergewöhnliche Zeugnis eines virtuosen Briefschreibers, der mit zahlreichen Zeitgenossen korrespondierte. Schließlich ermöglichen die privaten Briefe in einzigartiger Weise eine Annäherung an den Menschen Theodor Heuss.
 

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Günter Wimmer: Adam Remmele. Ein Leben für die soziale Demokratie. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009. 530 Seiten. ISBN 978-3-89735-585-9. EUR 24,80 

In einer sorgfältig recherchierten Biografie zeichnet der Autor erstmals ein ausführliches Lebensbild des herausragenden sozialdemokratischen Politikers Adam Remmele (1877–1951), der – ähnlich wie Friedrich Ebert und Carl Severing – aus einfachen Verhältnissen stammte und während der Weimarer Republik in Baden zu höchsten Staatsämtern aufstieg. Als badischer Innenminister festigte er die junge Demokratie durch eine vorbildliche Gemeindeordnung für den Freistaat und den Aufbau eines demokratischen Polizeiwesens. Remmeles Leistungen für Kommune, Gewerkschaft, Konsumgenossenschaft, Partei und demokratische Republik werden verständlich dargestellt und in ihren historisch-politischen Hintergrund eingebettet.

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Frank Raberg: Eugen Bolz. Zwischen Pflicht und Widerstand. DRW-Verlag, Leinfelden-Echterdingen 2009. 144 Seiten. ISBN: 978-3-87181-716-8. EUR 12,90

Das demokratische Vermächtnis keines anderen Politikers ist nach dem Zweiten Weltkrieg so beschworen worden wie das von Eugen Bolz (1881–1945). Der katholische Zentrumspolitiker begann seine politische Laufbahn vor dem Ersten Weltkrieg und war Justiz-, dann Innenminister in Württemberg. Eine ihm offene Laufbahn als Reichsminister schlug er aus. Bolz wurde während des »Dritten Reiches« verfolgt, saß in „Schutzhaft“ und fand Zugang zum Widerstandskreis um Carl Goerdeler. Er erkannte die Notwendigkeit der Beseitigung Hitlers an, lehnte aber den »Tyrannenmord« ab. Nach dem Stauffenberg-Attentat wurde er inhaftiert und im Januar 1945 hingerichtet.

Neben der Würdigung des politischen Lebenswerkes zeichnet die Biografie besonders das Verhältnis von Eugen Bolz zum Nationalsozialismus und seinen Weg in den Widerstand nach. Sie zeigt ihn in seiner persönlichen und politischen Größe, aber auch in seinen Zweifeln und Fehleinschätzungen.  

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Mascha Riepl-Schmidt: Mathilde Planck. Für Frieden und Frauenrechte. DRW-Verlag, Leinfelden-Echterdingen 2009. 128 Seiten. ISBN: 978-3-87181-715-1. EUR 12,90

Wer kennt sie noch, diese streitbare schwäbische Lehrerin und Pazifistin, die zu ihrer Zeit eine der bekanntesten Friedens- und Frauenpolitikerinnen in Stuttgart und Württemberg war? Mathilde Planck unterrichtete ab 1899 am „1. württembergischen Mädchengymnasium“, verschiedene Vereinsgründungen gehen u. a. auf ihre Initiative zurück, sie war Journalistin und Redakteurin und von 1920 bis 1928 eine der Frauen im württembergischen Landtag. Mit ihrem Engagement steht sie für die Umbrüche und widersprüchlichen Strömungen ihrer Zeit.

Die Biografie zeichnet den Weg Mathilde Plancks von einer Tochter aus gutbürgerlichem Haus zu einer Streiterin für Frieden und Frauenrechte nach. Sie führt ein in die Themen der Mädchen- und Frauenbildung in Württemberg und des Kampfs um Gleichberechtigung und politische Partizipation der Frauen. Zugleich zeigt sie Mathilde Planck in ihren Überzeugungen und Widersprüchen.
 

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Sibylle Krause-Burger: Herr Wolle lässt noch einmal grüßen. Geschichte meiner deutsch-jüdischen Familie. Btb Verlag, München 2009. 255 Seiten. ISBN: 978-3-442-73953-0. EUR 9,00

Die Stuttgarter Journalistin und Publizistin Sibylle Krause-Burger erzählt die Geschichte ihrer Familie und schildert den Einbruch der nationalsozialistischen Gewalt in die bürgerliche Welt. Was mit einer Liebesgeschichte zwischen einem jungen Mann aus der schwäbischen Provinz und der Tochter eines jüdischen Unternehmers im Berlin der zwanziger Jahre begann, entwickelte sich unter der Diktatur zu einer Tragödie, die eine Familie zerriss und tiefe Wunden hinterließ, die bis heute fortwirken. Ausgezeichnet mit dem Theodor-Wolff-Preis.

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Gerhard Taddey/Rainer Brüning (Hrsg.): Lebensbilder aus Baden-Württemberg XXII, hrsg. von der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2008. 558 Seiten. ISBN 978-3-17-020184-2.
EUR 28,50


21 Essays berichten wissenschaftlich fundiert, aber keineswegs langweilig über bekannte Persönlichkeiten, die ihr Leben ganz oder teilweise in Südwestdeutschland zugebracht haben. Darunter finden sich im aktuellen Band der berühmte Politiker Friedrich Ebert (1871–1925), der bedeutend Kurienkardinal Franz Ehrle (1845–1934) und der bekannte Missionar und Afrikaforscher Johann Ludwig Krapf (1810–1881).
 

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