Literatur und Sprache
Wolfgang Alber/Carlheinz Gräter/Andreas Vogt (Hrsg.): Geschichten aus Hohenlohe und Tauber- franken. Klöpfer & Meyer Verlag, Tübingen 2010. 352 Seiten. ISBN 978-3-940086-84-6. EUR 22.-
Die Anthologie »Geschichten aus Hohenlohe und Tauberfranken« vereint zwei fränkische Kernlande und führt den Leser auch in den anrainenden Hinteren Odenwald und ins Madonnenländle. In Texten, die vom 13. Jahrhundert bis in unsere Tage reichen, kommt die farbige Fülle der Kulturlandschaft Franken zutage, die politisch nur einmal einmütig gehandelt hat – im Bauernkrieg anno 1525. Als gemeinsamer Nenner geblieben ist die vielfältig schattierte fränkische Mundart. Ansonsten hält das lange Zeit abgeschiedene »Genießerland« viele charakteristische Eigenheiten bereit – und eine überdurchschnittliche Industriedichte im Hohenlohekreis, dem am dünnsten besiedelten Sprengel Baden-Württembergs.
Die Herausgeber zeigen das „Sehnsuchtsland der Städter“ mit seinen Schlössern und Flüssen wie auch seinen Menschen und Geschichten in Erzählungen und Betrachtungen von Autoren wie Hermann Lenz, der in Künzelsau seine Kindheit verbrachte, Erich Maria Remarque, der in Rothenburg ein Stück Heimat fand und Gottlob Haag, der als Erneuerer der fränkischen Mundartlyrik gilt. Der Kurgast von Ulrich Rüdenauer erzählt von einem sehr kurzen Aufenthalt Max Frischs in Bad Mergentheim. Auch Beiträge von Rezzo Schlauch, dem Pfarrersohn aus Bächlingen, und Joschka Fischer, Metzgersohn aus Langenbronn, finden sich in der Sammlung, ebenso der Sozialphilosoph Adorno, Minnesänger Albrecht Pilgrim Buchheim, der Theologe Albrecht Goes, Sozialdemokrat Erhard Eppler, Literaten wie Eduard Mörike und Ludwig Uhland. Auch kritische Momente fanden Aufnahme, etwa in den Beiträgen des jüdischen Emigranten Bruno Stern.
Daniela M. Ziegler: Wie ma halt so redd! Kurpälzisches Wörterbuch für Einheimische und Zugereiste. G. Braun Verlag, Karlsruhe 2010. 111 Seiten. ISBN 978-3-7650-8551. EUR 10,90.
Wandlungsfähig, klangvoll und originell: So präsentiert sich das volltönende Kurpfälzisch. »Gebb net so doddelisch die Hånd, lang rischdisch hi, dass die Leit disch net fer verdrickt halde!«, hieß es mal als Erziehungsmaxime, denn für die Kurpfälzer gibt es fast nichts Schlimmeres als »verdrickte Leit«! Und lieber ein offenes Wort als »Schmuus«! Daher nimmt man beim »Schenne« und »Zammeheeße« kein Blatt vor den Mund; auch wenn zarte Gefühle sprechen, gibt man sich gerne spröde, fast grob, sprich: »olwer«.
Wie soll sich da ein Zugereister mit dem Kurpfälzer auskennen? Es braucht seine Zeit, zugegeben; wer jedoch mit Geduld und Einfühlung die feinen Nuancen zwischen Ablehnung und Zuneigung zu verstehen beginnt, findet in der Kurpfalz die besten Freunde. »Alder Huudsimbl, bisch aa doo? Geh her, hock disch hi unn hald dei Gosch!«, kann dann eine der tiefstempfundenen Freundschaftserklärungen sein, die ein waschechter Kurpfälzer so von sich gibt.
„Der Neckar“ ist ein Gedicht. Sicher eines der schönsten, das die deutsche Sprache kennt. Und er ist ein Fluss, als Herzader Baden-Württembergs fließt er durch das Erleben und Empfinden der Menschen, prägt ihren Charakter, setzt Grenzen, öffnet Horizonte, beeinflusst (sic!) Lebensweisen, schreckt mit seinem Hochwasser, und lockt mit seiner Strömung, sich ihm anzuschließen.
In einem Boot oder auf einem Floß, auf schwer beladenen Lastkähnen oder auf einem Fahrgastmotorschiff gleiten wir flussabwärts, vorbei an Idyllen und Industrieanlagen, an Klöstern und Kernkraftwerken, vorbei an Barock-, Renaissance- und Rokokoschlössern. Und fast überall erzählt uns dieser »Fluss der Dichter« seine Geschichten, mal in Versen, mal prosaisch, mal episch breit, mal nur in wenigen Zeilen.
Zahlreichen Autoren ist der Fluss zum Assoziationsraum geworden, den sie mal in Versen, mal prosaisch, mal episch breit, mal in nur wenigen Zeilen erkunden. Diese Annäherungen sind in dem Band versammelt. Er zeigt auf vielfältige Weise, welche Bedeutung der Neckar für die Region und die Menschen, für ihr Empfinden und Erleben hat.
Mit Erasmus von Rotterdam wurde der Oberrhein zur Wiege des deutschen Humanismus, hier schrieb Wickram seine Schwänke, Grimmelshausen seinen „Simplicissimus“, Pfeffel seine Fabeln. In Straßburg begründeten Goethe, Herder und Lenz den Sturm und Drang. Johann Peter Hebels Dichtung, in der das Alemannische klassisch wurde, verklammerte Baden,
das Elsass und die deutschsprachige Schweiz. Romanciers wie René Schickele, Annette Kolb und Otto Flake haben hier ihre Hoffnungen auf Europa formuliert – von hier bis in die unmittelbare Gegenwart der Bogen der Moderne.
In den Kapiteln „Landschaften, Städte“, „Lebenswelten“, „Auf Durchreise“, „Querelles alemanniques“ und „Identität und Wandel“
werden Querschnitte durch fünf Jahrhunderte gelegt, in denen die Geistes- und Literaturlandschaft zwischen Basel und Karlsruhe in Romanauszügen und Erzählungen, Essays und Gedichten plastisch wird: als fruchtbare Literaturlandschaft und als ehemalige »Katastrophenzone Europas«, als Landschaft des Protestes (Whyl!) und als europäische Modellregion.
Wenn Menschen essen und trinken, dann geht es nicht nur um Magensäfte und biologische Lebenserhaltung. Ernährung ist immer auch eine Aneignung der Welt, in der Moral, Kultur, Schönheit und die Beziehungen zu Mitmenschen „mitgegessen“ werden. Für die Anthologie wurde südwestdeutsche Literatur nach – mal bekömmlichen, mal schwerer verdaulichen – kulinarischen Texten durchforstet. Serviert werden Geschmackserinnerungen aus der Kindheit, deftige Geschichten aus der regionalen Küche und hiesigen Wirtshäusern, Skizzen zum deutschen Durst sowie Habhaftes vom Speisezettel der bäuerlichen Alltagsküche.
Latente Talente. Badener, Schwaben, Franken – ein Lesebuch. Hrsg. v. Friedemann Schmoll. Eine kleine Landesbibliothek Bd. 10, Verlag Klöpfer & Meyer, Tübingen 2010. 286 Seiten. ISBN 978-3-940086-59-4. EUR 14.-
Was macht die Eigenart der Menschen im deutschen Südwesten aus? Badischer, fränkischer oder schwäbischer Herkunft zu sein – was macht das aus den Leuten? An welchen Merkmalen ließe sich solches festmachen? Und natürlich: Stimmt das alles überhaupt? Wer in der Literatur des deutschen Südwestens stöbert, dem fällt bald auf, dass Fragen der regionalen Identität großes Gewicht besitzen – in Volks- und Landesbeschreibungen wie in der Lyrik, im subversiven Witz wie in staatstragender Selbstdarstellungsliteratur. Die Textsammlung bündelt regionale Nabel- und Wesensschauen, Bekenntnisse zur kulturellen Vielfalt, Grübeleien über das Trauma schwäbischer Minderwertigkeit, badischen Genießergeist, die Offenheit Hohenlohes und oberschwäbische Welterfahrung.
Helmut Binder: Ein schwäbisches Wörterbuch. Abdackla bis Zwetschgaxälz. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2009. 144 Seiten. ISBN 978 3 8062 1808 4. EUR 12
Im Zeitalter der Globalisierung ist das Hochdeutsche auf dem Vormarsch und der weit propagierte Spruch: „Wir können alles, außer Hochdeutsch!“ längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Höchste Zeit also, so fand der Überzeugungsschwabe Helmut Binder, den aktuellen Wortschatz des Schwäbischen festzuhalten und ein Wörterbuch für Schwaben und „Reigschmeckte“ zu schreiben.
Viel Wissenswertes hat der Autor in seinem „Duden“ zusammengetragen. Kenntnisreich, aber stets mit einem schwäbischen Augenzwinkern erläutert er Bedeutung und Gebrauch schwäbischer Wörter und Redewendungen. Er erklärt, was a „Onaitigle“ oder a „Bubbaberle“ ist und zeigt auf, warum „Brezga“ und „Brestling“ keine gewöhnlichen Nahrungsmittel sind. „Reigschmeckte“ wissen nach der Lektüre bestimmt, warum a „Gschäft“ noch lange „koi Arbet“ ist und warum sich der Schwabe freut, wenn die „Bagage“ es „aestimiera tät“.
Fast em „Anegang“ vermittelt der Band unterhaltsam und kurzweilig Grundlagen über Geschichte, Aussprache und grammatische Besonderheiten des Schwäbischen. Eingestreute Anekdoten über charakteristische Irrungen und Wirrungen mit und um den Dialekt regen dabei immer wieder „a bissle“ zum Schmunzeln an.
Rudolf Post/Friedel Scheer-Nahor (Hrsg.): Alemannisches Wörterbuch. G. Braun Buchverlag, Karlsruhe 2009. 408 Seiten. ISBN 978-3-7650-8534-5. EUR 39.
Der alemannische Wortschatz Südbadens wird hier allgemeinverständlich in einem Band dargestellt. Wissen Sie was „Sunnewirbele“ sind und kennen Sie „Schlecksel“ oder „Guts“? All das können Sie in dem neuen Alemannischen Wörterbuch nachschlagen! Es umfasst 10500 Stichwörter mit 12500 Bedeutungen und gibt in populärer Form Aufschluss über den Wortschatz Südbadens in seiner Lautung, Bedeutung, Verwendung (Satzbeispiele, Redensarten, Sprichwörter, Kinderreime u. v. m.) und zum Teil auch zur Etymologie. Besonders hervorzuheben ist dazu die umfangreiche Einleitung, in der Mundarträume im Untersuchungsgebiet vorgestellt werden und in der Klarheit über Sprachgrenzen geschaffen wird.
Ein weiteres, bisher nie dagewesenes Element in einem alemannischen Wörterbuch sind die 150 Sprachkarten zu bestimmten Wortartikeln, die anschaulich den Geltungsbereich von wort- und lautgeographischen Varianten zeigen. Es handelt sich bei diesem Wörterbuch um ein Standardwerk, das die Mundarten in Südbaden erstmals vollständig und übersichtlich zuverlässig dokumentiert.
Hermann Kurz: Erzählungen. Hrsg. von Friedemann Schmoll. Eine kleine Landesbibliothek Bd. 3, Verlag Klöpfer & Meyer, Tübingen 2009. 294 Seiten. ISBN 978-3-940086-52-5. EUR 14.-
Schiller und Scheffel, Hebel und Hauff, Schubart und Emil Strauß – sie sollten nicht nur in Straßennamen fortleben. Weil sie für die moderne Literatur den Grund gelegt haben und weil ihre Werke mit bestimmt haben, wie wir die Welt betrachten. Eine größere Auswahl dazu präsentiert „Eine kleine Landesbibliothek“ von Klöpfer & Meyer: Romane, Erzählungen, Gedichte, Essays, Briefe – auch Überblicksbände zur Reiseliteratur, zum Dialekt, zum Selbstverständnis der Badener und Schwaben, zum Thema Dorf und Stadt.
Mit psychologischer Einfühlsamkeit für Originale, kulturhistorische Anschaulichkeit und politischem Engagement für die kleinen Leute kreist das erzählerische Werk des Literaten und Journalisten Hermann Kurz (1813-1873) um das, was er selbst als »schwäbische Kultur« bezeichnet hat.
Johann Peter Hebel: Kalendergeschichten. Hrsg. von Hermann Bausinger. Eine kleine Landesbibliothek Bd. 2, Verlag Klöpfer & Meyer, Tübingen 2009. 288 Seiten. ISBN 978-3-940086-51-8. EUR 14.
Schiller und Scheffel, Hebel und Hauff, Schubart und Emil Strauß – sie sollten nicht nur in Straßennamen fortleben. Weil sie für die moderne Literatur den Grund gelegt haben und weil ihre Werke mit bestimmt haben, wie wir die Welt betrachten. Eine größere Auswahl dazu präsentiert „Eine kleine Landesbibliothek“ von Klöpfer & Meyer: Romane, Erzählungen, Gedichte, Essays, Briefe – auch Überblicksbände zur Reiseliteratur, zum Dialekt, zum Selbstverständnis der Badener und Schwaben, zum Thema Dorf und Stadt.
Kalender gehörten zu den wichtigsten populären Druckwerken. Johann Peter Hebel erkannte die praktische und pädagogische Bedeutung der Volkskalender; er steuerte unterhaltsame Abhandlungen und kleine Erzählungen bei. Seine „Kalendergeschichten“ sind Muster einer bescheiden auftretenden und doch überragenden Literatur.
Theodor Heuss: Schattenbeschwörung. Randfiguren der Geschichte. Hrsg. von Friedemann Schmoll. Eine kleine Landesbibliothek Bd. 4, Verlag Klöpfer & Meyer, Tübingen 2009. 222 Seiten. ISBN 978-3-940086-53-2. EUR 14.
Schiller und Scheffel, Hebel und Hauff, Schubart und Emil Strauß – sie sollten nicht nur in Straßennamen fortleben. Weil sie für die moderne Literatur den Grund gelegt haben und weil ihre Werke mit bestimmt haben, wie wir die Welt betrachten. Eine größere Auswahl dazu präsentiert „Eine kleine Landesbibliothek“ von Klöpfer & Meyer: Romane, Erzählungen, Gedichte, Essays, Briefe – auch Überblicksbände zur Reiseliteratur, zum Dialekt, zum Selbstverständnis der Badener und Schwaben, zum Thema Dorf und Stadt.
Theodor Heuss, Politiker und Journalist, stellt in seiner 1947 erstmals erschienenen „Schattenbeschwörung“ schillernde „Randfiguren der Geschichte“ in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und verknüpft in seinen Portraits von Quertreibern, Einzelgängern und Charakterköpfen Biographie und große Geschichte.
Eduard Mörike: Das Stuttgarter Hutzelmännlein. Hrsg. von Monique Cantré. Eine kleine Landesbibliothek Bd. 5, Verlag Klöpfer & Meyer, Tübingen 2009. 164 Seiten. ISBN 978-3-940086-54-9. EUR 12.
Schiller und Scheffel, Hebel und Hauff, Schubart und Emil Strauß – sie sollten nicht nur in Straßennamen fortleben. Weil sie für die moderne Literatur den Grund gelegt haben und weil ihre Werke mit bestimmt haben, wie wir die Welt betrachten. Eine größere Auswahl dazu präsentiert „Eine kleine Landesbibliothek“ von Klöpfer & Meyer: Romane, Erzählungen, Gedichte, Essays, Briefe – auch Überblicksbände zur Reiseliteratur, zum Dialekt, zum Selbstverständnis der Badener und Schwaben, zum Thema Dorf und Stadt.
Eduard Mörike (1804–1875), Pfarrer und Lehrer, gilt als Hauptvertreter des schwäbischen Biedermeier. In dem 1853 erschienenen, sprachlich außergewöhnlichen romantischen Märchen „Das Stuttgarter Hutzelmännlein“ findet sich auch die „Historie von der schönen Lau“, die die Sage über eine im Blautopf hausende Wassernixe aufgreift.
Heinrich Hansjakob: Erzählungen, Erinnerungen. Hrsg. von Werner Witt. Eine kleine Landesbibliothek Bd. 7, Verlag Klöpfer & Meyer, Tübingen 2009. 212 Seiten. ISBN 978-3-940086-54-9. EUR 14.
Schiller und Scheffel, Hebel und Hauff, Schubart und Emil Strauß – sie sollten nicht nur in Straßennamen fortleben. Weil sie für die moderne Literatur den Grund gelegt haben und weil ihre Werke mit bestimmt haben, wie wir die Welt betrachten. Eine größere Auswahl dazu präsentiert „Eine kleine Landesbibliothek“ von Klöpfer & Meyer: Romane, Erzählungen, Gedichte, Essays, Briefe – auch Überblicksbände zur Reiseliteratur, zum Dialekt, zum Selbstverständnis der Badener und Schwaben, zum Thema Dorf und Stadt.
Der Kinzigtäler Altkatholik Heinrich Hansjakob (1837–1916), langjähriger Pfarrer in Hagnau und Freiburg, ist in erster Linie als Heimatschriftsteller des mittleren Schwarzwaldes bekannt. Reich wurde er mit großen Auflagen seiner Bücher. Er verfasste auch vielfältige Reiseerinnerungen sowie politische Schriften und Reden. Als Sozialreformer stieß er mit seiner scharfsinnigen Kritik an Zuständen in Gesellschaft und Kirche manches Mal auf große Schwierigkeiten.
Ottilie Wildermuth: Schwäbische Pfarrhäuser. Hrsg. von Friedemann Schmoll. Eine kleine Landesbibliothek Bd. 8, Verlag Klöpfer & Meyer, Tübingen 2009. 160 Seiten. ISBN 978-3-940086-57-0. EUR 12.
Schiller und Scheffel, Hebel und Hauff, Schubart und Emil Strauß – sie sollten nicht nur in Straßennamen fortleben. Weil sie für die moderne Literatur den Grund gelegt haben und weil ihre Werke mit bestimmt haben, wie wir die Welt betrachten. Eine größere Auswahl dazu präsentiert „Eine kleine Landesbibliothek“ von Klöpfer & Meyer: Romane, Erzählungen, Gedichte, Essays, Briefe – auch Überblicksbände zur Reiseliteratur, zum Dialekt, zum Selbstverständnis der Badener und Schwaben, zum Thema Dorf und Stadt.
Die in Rottenburg gebürtige Ottilie Wildermuth (1817–1877) schrieb zunächst Geschichten und Genrebilder für Familienzeitschriften, in späteren Jahren reüssierte sie vor allem als Kinder- und Jugendschriftstellerin. Besonderen Erfolg, aber auch herbe Kritik derer, die sich getroffen fühlten, bescherte ihr ab 1850 die Reihe „Schwäbische Pfarrhäuser“.
Wolfgang Alber/Brigitte Bausinger/Hermann Bausinger (Hrsg.): Albgeschichten. Verlag Klöpfer & Meyer, 2. Aufl., Tübingen 2008. 319 Seiten. ISBN 3-978-3-940086-13-6. EUR 19,90.
Im Volksmund wird die raue Schwäbische Alb als „Schwäbisch Sibirien“ oder des „Teufels Hirnschale“ verspottet. Längst aber ist Europas größtes Karstgebiet zwischen Neckar und Donau eine der attraktivsten Ferienlandschaften im Südwesten. Darüber hinaus ist es eine Kultur- und Literaturlandschaft, ein schwäbisches Arkadien, das es noch zu entdecken gilt!
Der schöne Band „Albgeschichten“ versammelt Erzählungen, Essays und Gedichte aus zwei Jahrhunderten – von Hölderlin bis Hauff, von Uhland bis Mörike, von Johannes R. Becher bis Peter Härtling, von Gerd Gaiser bis Margarete Hannsmann. Eine wohlfeile Sammlung zum Schmökern und Studieren, die jeder gute Schwabe und überhaupt jeder Liebhaber der Alb unbedingt gelesen haben sollte.
Jochen Kelter/Hermann Kinder (Hrsg.): Bodenseegeschichten. Verlag Klöpfer und Meyer. Tübingen 2009. 375 Seiten. ISBN 978-3-940086-32-7. EUR 22,90.
Gibt’s das: „Bodensee-Literatur“? Nein. Denn es gibt nur Gedichte, Geschichten, Reportagen, Romane, Reflexionen – über den Bodensee. Geschrieben von Hiesigen, Zugezogenen, von Fortgezogenen und Durchreisenden. Eine gemeinsame Ästhetik, eine Schule, etwas „bodenseeliterarisch“ Verbindendes gibt’s nicht, nicht einmal ein gemeinsames Landschaftsempfinden, eine einige Haltung dem See gegenüber. Und so sind die Kultur und die Literatur des Bodensees vor allem halt eines: eine bewundernswerte Erfindung der (deutschen) Tourismus-Industrie. Freilich, andererseits: Was gibt’s doch für schöne Gedichte und Geschichten über den Bodensee!
Jürgen Lodemann (Hrsg.): Schwarzwaldgeschichten. Verlag Klöpfer & Meyer. 3. Aufl., Tübingen 2008. 304 Seiten. ISBN 978-3-940086-04-4. EUR 19,90.
Silva nigra, der Schwarzwald, war den römischen Legionären ein Grauen, das sie weiträumig umgingen. Im Grunde ist das am weitesten ausgedehnte deutsche Mittelgebirge immer noch zu entdecken – und es hilft dabei sehr, zu sehen, wie unterschiedlich die deutschen Dichter und Denker mit ihm umgingen und umgehen, fast immer unterhaltsam, aufschlussreich und informativ und nicht selten amüsant, als blickten sie in einen schwarz reflektierenden Spiegel, der sie selber, die Dichter und die Dichterinnen, in ein erhellendes Licht stellt. In der Lust an solch neuen Perspektiven finden sich auch am Ende dieser Sammlung in einer „Kleinen Geschichte der Schwarzwaldgeschichten“ neue Erkenntnisse sowohl über den größten deutschen Wald als auch über die Schriftsteller und ihre Kunst.
Elmar L. Kuhn und Peter Renz (Hrsg.): Geschichten aus Oberschwaben. Verlag Klöpfer & Meyer, Tübingen 2009. 400 Seiten. ISBN 978-3-940086-40-2. EUR 22,90.
Wer von Oberschwaben redet, denkt zumeist an das „Himmelreich des Barock“, ein drumlin-hügeliges Bauernland mit bodenständiger Beharrlichkeit. Kulturferne Provinz also? Von wegen! Diese Landschaft, schlicht „Das Oberland“ genannt, hat weit mehr zu bieten: Hier ist nicht nur der Himmel weiter und höher als anderswo, hier sind die Bauern auch mit Streitschriften gegen die Obrigkeit aufgestanden, hier wurde das erste Shakespeare-Stück in deutscher Sprache aufgeführt, übersetzt von dem Oberschwaben Christoph Martin Wieland. Von ihm bis Martin Walser, von Abraham a Sancta Clara bis Sebastian Sailer, von Schenk Ulrich von Winterstetten bis Günter Herburger, von Eduard Mörike bis Peter Hamm, von Maria Beig bis Josef W. Janker u. v. a reicht die Palette von Gedichten, Erzählungen und Essays in diesem faszinierend kontrastreichen Band.


















