Landesgeschichte

Annette Borchardt-Wenzel: Die Frauen am badischen Hof. Gefährtinnen der Großherzöge zwischen Liebe, Pflicht und Intrigen. Casimir Katz Verlag, Gernsbach, 2. Aufl. 2010. 392 Seiten. ISBN: 978-3938047-124,80 EUR.

Überall im badischen Land trifft man auf ihre Namen: Karoline Luise, Amalie, Stephanie, Sophie, Luise und Hilda. Zahlreiche Plätze und Straßen, Institute und öffentliche Einrichtungen tragen die Namen derjenigen Frauen, die einst das Leben der Großherzöge von Baden so entscheidend beeinflusst haben. Wer waren die Frauen an der Seite der badischen Großherzöge? Welche Rechte, welche Pflichten, welche Freiräume hatten die Gemahlinnen der Fürsten? Wie standen sie zu ihren Männern und wie standen die Fürsten zu ihnen? Versuchten die Gemahlinnen politischen Einfluss zu nehmen? In welchem Ansehen standen die „Landesmütter“ bei ihrem Volk? Was leisteten sie für die Menschen im Land? Und nicht zuletzt: Erreichten die Frauen ihre selbst gesteckten Ziele oder scheiterten sie?

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Uwe Schmidt: Der Weg in die Moderne. 200 Jahre Ulm, Ravensburg, Friedrichshafen, Leutkirch und Wangen in Württemberg, hrsg. vom Haus der Stadtgeschichte – Stadtarchiv Ulm. 62 Seiten. ISBN 978-3-7995-0854-4. 7,80 EUR

Mit den Verträgen von 1810 wurde die heute noch gültige württembergisch-bayerische Grenze festgelegt. Viele Städte und Gebiete in Oberschwaben kamen nun zu Württemberg. Diese staatliche Neuordnung löste einen tiefgreifenden Wandel aus. In wenigen Jahrzehnten veränderte sich die Gesellschaft grundlegend, lösten sich die ständisch-korporativen Bindungen auf. Handel und gewerbliche Wirtschaft organisierten und orientierten sich neu, die Städte wuchsen und änderten ihr Erscheinungsbild. Die umwälzenden Veränderungen bilden den Gegenstand einer gemeinsamen Wanderausstellung der Städte Ulm, Ravensburg, Leutkirch und Friedrichshafen, zu der dieser Begleitband erscheint.

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Momente, Beiträge zur Landeskunde von Baden-Württemberg, Heft 4/2010

Schwerpunktthema des Heftes sind technische Errungenschaften, die heute alltäglich sind. Die Ausbreitung der Technik wurde nicht nur vom landestypischen Tüftlergeist beflügelt, sondern auch von Widerständen und Protesten begleitet. Ein Beispiel hierfür ist der umstrittene Bau einer Druckwasserleitung vor 140 Jahren, die gesundes Trinkwasser auf die Hochflächen der Schwäbischen Alb brachte. Mitunter führten jedoch erst die Proteste zu einem akzeptablen Umgang mit der technischen Innovation – wie etwa beim Auto. Die in diesem Heft erzählten Erfolgsgeschichten, darunter auch die des Telefons, handeln daher immer auch vom Ausloten des Spannungsfeldes zwischen gesellschaftlichem Nutzen und technischer Machbarkeit.
Momente im Internet:            www.staatsanzeiger.de/momente
Link zum aktuellen Heft:        www.staatsanzeiger.de/kultur-und-geschichte
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Peter Eitel: Geschichte Oberschwabens im 19. und 20. Jahrhundert. Band 1: Der Weg ins Königreich Württem- berg (1800–1870). Thorbecke Verlag, Stuttgart 2010. 400 Seiten. ISBN: 978-3-7995-0852-0. EUR 29,90

In der geplanten dreibändigen »Geschichte Oberschwabens im 19. und 20. Jahrhundert« wird erstmals der Versuch unternommen, die Entwicklung dieser geschichtsträchtigen Region während der letzten beiden Jahrhunderte umfassend darzustellen. Der erste Band behandelt unter dem Titel »Der Weg ins Königreich Württemberg« den mühsamen Prozess der Eingliederung des an Württemberg gefallenen Teils der alten »Suevia superior« in das neue Königreich. Auf diesen Teil reduzierte sich seither die Bezeichnung »Oberschwaben«. Neben der politischen Entwicklung behandelt der Autor, langjähriger Leiter des Stadtarchivs Ravensburg, auch die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen bis zum Vorabend des Krieges von 1870/71. Über 200 zeitgenössische Bilddokumente ergänzen den Text. 

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Thomas Adam: Kleine Geschichte des Kraichgaus. G. Braun Buchverlag, Karlsruhe 2010. 256 Seiten. ISBN 978-3-7650-8553-6. EUR 19,90

Der Kraichgau ist die Bezeichnung einer Landschaft, die im Norden vom Odenwald, im Süden vom Schwarzwald, im Westen von der Oberrheinischen Tiefebene und im Osten von Stromberg, Heuchelberg und Zabergäu begrenzt wird. Die größten Städte in diesem Kulturraum sind Bretten, Bruchsal, Sinsheim, Eppingen und Bad Rappenau. Daneben finden sich zahlreiche mittlere und kleinere Dörfer im Kraichgau wie Bad Schönborn, Oberderdingen und Kraichtal.

Thomas Adam beschreibt die Geschichte des »Lebensraums Kraichgau« von den ersten Besiedlungen bis in unsere Zeit. So ist die einzige verfügbare Gesamtschau der Geschichte des Kraichgaus entstanden. Unterhaltsam, wissenschaftlich fundiert und kompakt.

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Klaus-Jürgen Matz: Kleine Geschichte des Landes Baden-Württemberg. DRW-Verlag, Leinfelden-Echterdingen 2010. 216 Seiten. ISBN 978-3-87181-735-9. EUR 19,90

Am 25. April 1952 wurde das Land Baden-Württemberg mit der Bildung einer vorläufigen Regierung und der Wahl Reinhold Maiers zum ersten Ministerpräsidenten des neuen Bundeslandes gegründet. Vorangegangen war diesem Tag eine Auseinandersetzung zwischen den Bewahrern der alten, historisch gewachsenen Länder und den Befürwortern des Südweststaates. Eine Volksabstimmung am 9. Dezember 1951 hatte schließlich den Weg gebahnt. In den Folgejahren erlebte das Land einen rasanten wirtschaftlichen Aufbau, der es zum „Musterländle“ und zum Einwanderungsland schlechthin machte.

Mit der „Kleinen Geschichte des Landes Baden-Württemberg“, die sich ausdrücklich an geschichtsinteressierte Laien richtet, legt der Mannheimer Historiker Klaus-Jürgen Matz den zeitlich letzten Band der territorialhistorischen Reihe der Länder Baden und Württemberg innerhalb der Kleinen Geschichten des DRW-Verlags und des G. Braun Buchverlags vor. 

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Dieter Speck: Kleine Geschichte Vorderösterreichs. G. Braun Verlag, Karlsruhe 2010. 251 Seiten. ISBN 978-3-7650-8554-3. EUR 19,90.

Wer nach Freiburg fährt oder nach Oberschwaben, ins schweizerische Aargau, ins Elsass oder in den Sundgau, begegnet immer wieder dem Begriff »Vorderösterreich«. Als äußeres Zeichen gilt häufig der Doppeladler, der an vielen Fassaden zu sehen ist. Tatsächlich aber befindet man sich nicht in Österreich, sondern in Landen, die »vor dem Arlberg« gelegen sind – in einer Vielzahl von Gebieten, die noch heute unübersehbar katholisch geprägt sind. Mit wechselnden Gebieten war Vorderösterreich den unterschiedlichen Interessenlagen der angrenzenden Herrschaften und regionaler Konkurrenz ausgeliefert. Die permanenten Kriege des 18. Jahrhunderts und eine nicht abreißende Kette von Notsituationen läuteten das Ende ein, das schließlich das Jahr 1805 brachte.

Wie gelangten die vorderösterreichischen Gebiete unter habsburgische Herrschaft? Was band sie zusammen? Waren sie politisch von Bedeutung? Der Autor geht diesen Fragen und damit der besonderen Geschichte Vorderösterreichs von den Anfängen bis zu dessen Ende nach. Er legt damit die seit langem erste Überblicksdarstellung zu Regionen vor, deren Bewohner noch lange der Habsburgerherrschaft nachtrauerten.
 

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Michael Braun: Der Badische Landtag 1918–1933. Droste Verlag, Düsseldorf 2010. 646 Seiten. ISBN 978-3-7700-5294-3. EUR 78.-

Sonntag, 5. Januar 1919: Während in Berlin Massendemonstrationen das Bild prägen, finden in Baden an diesem Tag bereits Wahlen zur Badischen Nationalversammlung statt. Zentrum, SPD und DDP erzielen mehr als 90 Prozent der Stimmen und bilden eine Koalitionsregierung. Sie beweist – genau wie die ihr nachfolgenden Regierungen – die Fähigkeit und den Willen zum Kompromiss, der andernorts fehlt. Die Folge sind stabile Regierungen ohne die Flucht in vorzeitige Parlamentsauflösungen. Als Erklärungsfaktor wird meist ein wenig präzise definiertes „liberales Klima“ in Baden genannt.

Erstmalig untersucht die vorliegende Studie umfassend die Ausgangsbedingungen und die Entwicklung des Parlamentarismus im Baden während der Weimarer Republik. Sie zeigt Position und Funktion des badischen Landtags im politischen Prozess auf breiter Quellenbasis auf und analysiert sie. So entsteht ein facettenreiches Bild des Parlamentarismus in dem Land, das mit Recht als demokratisches Musterland bezeichnet wurde.

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Hans-Peter Becht: Badischer Parlamentarismus 1819 bis 1870. Ein deutsches Parlament zwischen Reform und Revolution. Droste Verlag, Düsseldorf 2009. 934 Seiten. ISBN 978-3-7700-5297-4. EUR 98.-

Der berühmte Karlsruher Historiker Franz Schnabel bezeichnete die badische Zweite Kammer als die „eigentliche Schule des vormärzlichen Liberalismus“. Er versuchte damit, das enorme Interesse zu erklären, das der badische Parlamentarismus des 19. Jahrhunderts schon bei den Zeitgenossen fand. Dieses Interesse hat zwar bis heute angehalten, eine Gesamtdarstellung der inneren und äußeren Entwicklung der parlamentarischen Institutionen fehlte jedoch bislang.

Der Band des Leiters des Pforzheimer Stadtarchivs und Lehrbeauftragten an der Universität Stuttgart schließt diese Lücke. Becht untersucht die parlamentarischen Entscheidungsprozesse der badischen Kammern und zeigt die Entstehung von Fraktionen und Parteien im Großherzogtum Baden. Damit werden erstmals die parlamentarische Entwicklung und der Wandel des Regierungssystems von den Anfängen bis zur Reichsgründung im Zusammenhang mit der deutschen Geschichte eingehend analysiert.

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Andreas Schmauder/Michael Wettengel (Hrsg.): Ulm und Oberschwaben. Zeitschrift für Geschichte, Kunst und Kultur, in Zusammenarbeit mit Gudrun Litz. Im Auftrag des Vereins für Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben e. V. und der Gesellschaft Oberschwaben für Geschichte und Kultur e. V., Band 56, Ulm 2009. 432 Seiten. ISBN 978-3-7995-8042-7. EUR 29,80.

Der neue Band der Zeitschrift „Ulm und Oberschwaben“, der gemeinsam vom Verein für Kunst und Altertum und der Gesellschaft Oberschwaben herausgegeben wird, stellt aktuelle Forschungen zur Geschichte der Region vor. Das Schwergewicht liegt zeitlich auf der Frühen Neuzeit und dem 19. Jahrhundert. Er enthält unter anderem Beiträge über die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs, die Pflanzensammlungen des Hieronymus Harder, eine volkskundliche Studie zur lokalen Fastnachtskultur und einen Aufsatz zu den landwirtschaftlichen Reformen Wilhelms I. von Württemberg. „Ulm und Oberschwaben“ präsentiert sich damit erneut als unentbehrliches Forum und Publikationsmedium der regionalen historischen Forschung.
 

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Bernd Wunder: Kleine Geschichte des Herzogtums Württembergs. DRW-Verlag, Leinfelden-Echterdingen 2009. 216 Seiten. ISBN 978-3-87181-764-9.
16.90 EUR

Frühzeitig gelang es den Württembergern, sich gegen konkurrierende Adelsfamilien durchzusetzen. Am Ende des 15. Jahrhunderts war die Grafschaft Württemberg zu einer Größe und Geschlossenheit angewachsen, die zu ihrer Zeit ungewöhnlich waren. Die Erhebung Graf Eberhards im Bart zum Herzog von Württemberg und die von ihm durchgesetzte Unteilbarkeit des Landes setzten den Erfolgskurs des Landes fort. Mit der Einführung der Reformation durch Herzog Ulrich wurde erneut eine das Land prägende Entscheidung vorgenommen. Dem ersten württembergischen König Friedrich I. ist schließlich der ungeheure territoriale Gebietsgewinn zu verdanken, der Württemberg dazu verhalf, ein Mittelstaat des 19. Jahrhunderts zu werden.

Zum ersten Mal werden mit der »Kleinen Geschichte des Herzogtums Württemberg« von einem ausgewiesenen Fachmann die Anfänge Württembergs bis zum Königreich kompakt und gut verständlich für den interessierten Laien dargestellt.

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Karl-Heinz Meier-Braun/Reinhold Weber: Kleine Geschichte der Ein- und Auswanderung in Baden-Württemberg. DRW Verlag, Leinfelden-Echterdingen 2009. 192 Seiten. ISBN 978-3-87181-725-0. EUR 16,90

In Baden-Württemberg leben etwa 2,7 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund – zugewanderte und in Deutschland geborene Ausländer, Spätaussiedler und Eingebürgerte sowie deren Kinder. Ihr Anteil liegt hierzulande mit rund 25 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt mit 19 Prozent.

Wanderungsbewegungen haben von jeher die Geschichte Südwestdeutschlands geprägt. Nach der Reformation und dem Dreißigjährigem Krieg suchten Glaubensflüchtlinge wie Calvinisten, Hugenotten und Waldenser im Südwesten nach einer neuen Heimat. Es folgen im 18. und im 19. Jahrhundert mit seinen schweren politischen und wirtschaftlichen Krisen massive Auswanderungs- bewegungen nach Übersee und nach Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa. Das 20. Jahrhundert mit seinen Katastrophen der Weltkriege ist geprägt von Flucht und Vertreibung großer Menschenmassen. Ein neues Element bringen die ersten Jahrzehnte nach 1945 mit Wiederaufbau und Wirtschaftswunder durch die Anwerbung von „Gastarbeitern“, später gefolgt von politischen Flüchtlingen und Aussiedlern.

Die Zusammenschau der südwestdeutschen Migrationsgeschichte enthält rund fünfzig historische Abbildungen und klärt durch zahlreiche Infokästen über Einzelschicksale von Migranten, die Geschichte verschiedener Bevölkerungs-gruppen sowie wichtige historische Ereignisse in Baden-Württemberg auf. Mit diesem Buch, das sich an ein breites Publikum richtet und dabei die wichtigsten Forschungsergebnisse der letzten Jahre verständlich zusammenfasst, haben die beiden Migrationsexperten eine große Lücke in der landesgeschichtlichen Literatur gefüllt. Nur wenige der deutschen Länder verfügen über eine ähnliche Zusammenschau ihrer multikulturellen Traditionen und Geschichte.
 

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Baden-Württemberg. Landschaft im Wandel. Luftbilder aus 50 Jahren, hrsg. v. Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) in Kooperation mit der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2009. 144 Seiten. ISBN 978 3 8062 2227 2. EUR 29,90

Durch Wohnhäuser und Gewerbehallen verbaute Landschaften, von Betonwegen zerschnittenes Grün, kanalisierte Gewässer und begradigte Flüsse – die unaufhaltsam fortschreitende Zerstörung der Landschaft ließ Albrecht Brugger vor 20 Jahren in die Luft gehen. Mit einem zornigen Blick zurück auf die Motive seiner Anfangszeit in den 50er Jahren nahm der bekannte und profilierte Luftbildfotograf Mitte der 80er Jahre seine Heimat Baden-Württemberg aus gleicher Perspektive ins Visier, um die Öffentlichkeit über das wahre Ausmaß der rapiden Landschaftsveränderung aufzuklären. Die Luftbilder dokumentierten schon damals ungeschminkt und schonungslos, welchen unwiederbringlichen Verlust unsere Natur durch die ungebremste bauliche Entwicklung innerhalb nur weniger Jahrzehnte erlitten hat. 

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Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte, hrsg. v. Württembergischen Geschichts- und Altertumsverein und der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Schriftleitung: Peter Rückert. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2009. ISSN 0044-3786.
EUR 49,90


Die Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte ist das Zentralorgan südwestdeutscher Landesgeschichte und gleichzeitig Vereinsorgan des Württembergischen Geschichts- und Altertumsvereins. Interessante Aufsätze zur Landes- kunde, ein umfangreicher Rezensionsteil und wichtige Termine und Mitteilungen informieren über den Stand der aktuellen Landeskunde. Die Zeitschrift ist als Jahresabonnement erhältlich. 

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Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, hrsg. v. der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden- Württemberg. Schriftleitung: Volker Rödel. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2009. ISSN 0044-2607.
EUR 49,90


Die Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins informiert nicht nur fundiert zur badischen Landesgeschichte, sondern veröffentlicht seit 1850 vielfältige Themen zum gesamten oberrheinischen Kultur- und Geschichtsraum. Dadurch gibt die Zeitschrift jährlich wichtige Anstöße für die wissenschaftliche Erforschung der Geschichte des westlichen Südwest- deutschlands von der Ur- und Frühgeschichte bis heute. Die Zeitschrift ist als Jahresabonnement erhältlich. 

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Udo Wennemuth (Hrsg.): 450 Jahre Reformation in Baden und Kurpfalz. Veröffentlichungen zur badischen Kirchen- und Religionsgeschichte, Bd. 1. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2009. 164 Seiten. ISBN 978-3-17-020722-6. EUR 22

450 Jahre Reformation in Baden und der Kurpfalz werden in Aufsätzen umfassend abgehandelt und stets die Bezüge zur Entwicklung des Protestantismus heute betont. Damit ist dieses Buch historischer Überblick und theologischer Ausblick am Beginn des 21. Jahrhunderts. Die Beiträge des Bandes widmen sich der Entstehung des Protestantismus, der Verankerung in der Bevölkerung und der Erinnerung und Bewertung dieses für den deutschen Südwesten so bedeutsamen Ereignisses.

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Schriften des Vereins für die Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, Heft 127 (2009), hrsg. v. Internationalen Verein für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung. Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009. 260 Seiten. ISBN 978-3-7995-1715-7.
EUR 19,90 




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Gabriele Haug-Moritz: Die württembergische Ehrbarkeit. Annäherungen an eine bürgerliche Machtelite der Frühen Neuzeit. Tübinger Bausteine zur Landesgeschichte, Bd. 13, hrsg. v. Verein der Freunde und Förderer des Instituts für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften an der Universität Tübingen e. V. Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009. 135 Seiten. ISBN 978-3-7995-5513-5. EUR 16,90

Die bürgerliche Amtsträgerschicht Württembergs, die so genannte Ehrbarkeit, hatte auf die Geschichte ihres Landes einen prägenden Einfluss. Sie wird als eines derjenigen geschichtlichen Phänomene wahrgenommen, aus denen sich die Eigenart der historischen Entwicklung des deutschen Südwestens erklären lässt. Umso mehr erstaunt es, dass die Ehrbarkeit in der historischen Forschung bislang nur punktuell gewürdigt wurde. Dies gilt insbesondere für den Zeitraum vom Ende des Dreißigjährigen Krieges (1648) bis zur Erhebung Württembergs zum Königreich (1806). Der vorliegende Band stößt in diese Lücke vor. Mit einem sozial- und kulturgeschichtlichen Zugriff nähert er sich der Ehrbarkeit in diesem Zeitraum an. Indem sie als „Machtelite“ beschrieben wird, wird es möglich, deren Geschichte in einer vergleichenden Perspektive vorzustellen. 

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Dorf unterm Hakenkreuz. Diktatur auf dem Land im deutschen Südwesten 1933–1945, hrsg. v. der Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg und der Arbeitsgemeinschaft der sieben regionalen ländlichen Freilichtmuseen in Baden-Württemberg. Verlag Jan Thorbecke, Ostfildern 2009. 176 Seiten. ISBN 978-3-7995-8044-1.
EUR 16,90


Die einzelnen Themenbeiträge dieses Sammelbandes zum Nationalsozialismus auf dem Dorf ergänzen und bereichern sich gegenseitig. Sie werfen Schlaglichter auf die Vielschichtig- keit und nicht selten Widersprüchlichkeit der nationalsozialistischen Diktatur, die über sechzig Jahre nach ihrem Ende immer noch Kontroversen und Debatten hervorruft.   

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Jürgen Stude: Geschichte der Juden in Bruchsal. Veröffentlichungen zur Geschichte der Stadt Bruchsal, Bd. 23, hrsg. v. der Stadt Bruchsal. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009. 432 Seiten. ISBN 978-3-89735-441-8. EUR 22,80 

Seit dem Mittelalter lebten Juden in Bruchsal. Ende des 19. Jahrhunderts beherbergte Bruchsal eine der größten israelitischen Gemeinden Badens. Ihren Mitgliedern verdankt die Stadt wesentliche wirtschaftliche und kulturelle Impulse. Die rechtliche Gleichstellung und allmähliche Integration der Juden in die Mehrheitsgesellschaft wurden jedoch immer wieder – politisch oder auch durch gewalttätige Übergriffe – von antisemitischen Kräften behindert. Die Stationen der Judenverfolgung im „Dritten Reich“ hießen dann auch in Bruchsal: Boykott und Zerstörung der wirtschaftlichen Basis – gesellschaftliche und gesetzliche Ausgrenzung – Pogrom und Vertreibung. Der 22. Oktober 1940 markiert die Vernichtung der einst blühenden Gemeinde – an diesem Tag wurden fast alle in Baden lebenden Juden deportiert. 

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Dorothea Keuler: Verlorene Töchter. Historische Skandale aus Baden und Württemberg. Silberburg-Verlag, Tübingen 2009. 232 Seiten. ISBN 978-3-87407-840-5. EUR 19,90.

Schon immer gab es Frauen, deren Lebensweg ganz anders verlief, als er von Geburt und Herkunft vorgezeichnet war. Frauen, die aus der Rolle fielen, Regeln brachen, Anstoß erregten. Herzogin Sabina löste sich aus ihrer Ehe mit einem gewalttätigen Mann, mit Markt- und Taschendiebstählen ernährte die Oberschwäbin Elisabeth Gaßner ihre Familie, die Stuttgarter Operndiva Anna Sutter wurde von einem eifersüchtigen Liebhaber getötet. Ob Herzogin, Halsabschneiderin oder Hure: Sie alle brachen entweder mit den Konventionen, waren in Skandale verstrickt oder taten alles, um einen Skandal zu vermeiden. Ein Eklat mündete für die Frauen oft in der persönlichen Katastrophe.

Fesselnd erzählt Dorothea Keuler in ihrem Buch von 14 bewegenden Frauenschicksalen aus fünf Jahrhunderten – aus allen Teilen Badens und Württembergs und allen gesellschaftlichen Schichten. Das überaus spannende Buch ist illustriert mit selten gezeigtem zeitgenössischem Bildmaterial.
 

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Frieder Gscheidle: Wer? Wie? Was? Wo? Landesgeschichte Baden-Württemberg. Das Quizbuch. Silberburg-Verlag, Tübingen 2009. 160 Seiten. ISBN 978-3-87407-841-2. EUR 9,90.

Das ganze Leben ist ein Quiz. Die baden-württembergische Landesgeschichte ebenso: Welcher Komponist hat einer württembergischen Herzogin vier Mazurkas gewidmet – Bach, Mozart, Chopin oder Liszt? Wo fand die einzige Papstwahl auf deutschem Boden statt? Welche Dame war die treibende Kraft hinter zwei bedeutenden Universitätsgründungen im Land? Wo bestand im Mittelalter die Landgrafschaft Nellenburg?

150 Fragen dieser Art mit jeweils vier Antwortmöglichkeiten stellen alle auf die Probe, die sich für die Geschichte von Baden-Württemberg interessieren. Sie drehen sich um kulturelle, wirtschaftliche, soziale und politische Entwicklungen von der Steinzeit bis ins 21. Jahrhundert, gestaffelt in 15 Schwierigkeitsgrade. Blättert man um, findet man jeweils die Lösung samt einigen erläuternden Sätzen, teilweise auch mit Erklärungen zu falschen Fährten, die mit den Alternativantworten ausgelegt wurden. Spannende und interessante Unterhaltung – allein, zu zweit oder in größerer Runde – ist mit diesem Buch garantiert. Und ganz nebenbei kann man auch noch etwas lernen.
 

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Abmayr, Hermann G.: Stuttgarter NS-Täter. Vom Mitläufer bis zum Massenmörder. Verlag Hermann Abmayr und Schmetterling-verlag, Stuttgart 2009. 384 Seiten. ISBN 978-3-89657-136-6. EUR 19,80.

Paul Werner war als Mitarbeiter des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) beteiligt an der Verfolgung von Sinti und Roma, von Homosexuellen und Prostituierten sowie an den „Euthanasie“-Aktionen. Später wird der Jurist Ministerialrat im Innenministerium von Baden-Württemberg. Er wäre – auf Empfehlung des Ministeriums – beinahe Chef des Bundeskriminalamtes geworden. Paul Binder hat als extra dafür berufener Bank-Direktor die „Arisierung“ reichsweit mitorganisiert. Später wird er einer der „Väter des Grundgesetzes“, ist viele Jahre lang Abgeordneter des Landtags von Baden-Württemberg und erhält das Bundesverdienstkreuz. Karl Mailänder war als Fürsorgebeamter in die Ermordung von Sinti-Kindern aus Mulfingen und von Behinderten in Grafeneck (auf der Schwäbischen Alb) verstrickt. Später wird er erneut ein Spitzenfunktionär der Wohlfahrtspflege. Zuletzt ist er Regierungsdirektor in Baden-Württemberg und erhält das Bundesverdienstkreuz. Es sind drei von 45 Männer, die in dem Buch „Stuttgarter NS-Täter“ vorgestellt werden. Die 30 Autoren beschreiben erstmals in Deutschland NS-Täter einer Region. Und sie bleiben dabei nicht bei den NS-Führern stehen. Ihr Täterbegriff reicht vom Mitläufer bis zum Massenmörder.

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Daniel Kirn: Soldatenleben in Württemberg 1871–1914. Zur Sozialgeschichte des deutschen Militärs. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2009. 369 Seiten. ISBN 978-3-506-76592-5 48,00 EUR .

Bislang standen fast ausschließlich Offiziere im Mittelpunkt des militärhistorischen Interesses am Kaiserreich. Einfache Soldaten wurden kaum wahrgenommen. Doch waren ihr Verhalten in Armee, Staat und Gesellschaft und ihr Bild von sich selbst wichtige Faktoren, die die Kultur der Kaiserzeit mit bestimmten. Daniel Kirn untersucht und interpretiert die Konstanten ihres Alltags. Innovativ und lebendig führt er das Leben der gemeinen Soldaten in Württemberg während der Friedensjahre von 1871 bis 1914 vor Augen. Dabei gelingt es ihm, auf der breiten Grundlage zahlreicher neuer, bislang nicht beachteter Akten, ein neu konturiertes Bild des württembergischen Soldaten zu zeichnen, ein Bild, das auch die bisherigen Vorstellungen über das deutsche Militär im Kaiserreich grundlegend verändern kann. 

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Wolfgang Benz/Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Bd. 9: Arbeitserziehungslager, Ghettos, Jungendschutzlager, Polizeihaftlager, Sonderlager, Zigeunerlager, Zwangsarbeitslager, Verlag C.H. Beck, München 2009. 656 Seiten. ISBN 978-3-406-57238-8. 59,90 EUR

Der neunte und abschließende Band der Reihe „Der Ort des Terrors“ ist den zahlreichen Zwangslagern gewidmet, die im nationalsozialistischen Herrschaftsbereich neben dem System der eigentlichen Konzentrationslager existierten. Die Zwangslager werden in der Erinnerung als Konzentrationslager wahrgenommen. Auch waren die Lebensbedingungen hier nicht oder nur graduell anders. Daher müssen sie in dieser Gesamtgeschichte enthalten sein. Neben dem „Altersghetto“ Theresienstadt, dem Vernichtungslager im weißrussischen Maly Trostinez und dem Lager Chaidari bei Athen gab es etwa Zwangsarbeitslager für Juden, Ghettos, Arbeitserziehungslager, Polizeihaftlager in den besetzten Gebieten, „Jugendschutzlager“, „Zigeuner-Lager“, Sonderlager für ungarische Juden, Lager der „Organisation Schmelt“ und Zwangsarbeiterlager. Von besonderer landesgeschichtlicher Bedeutung für Baden-Württemberg ist der Beitrag von Wolfgang Selig zum Konzentrationslager Welzheim. Auch der Beitrag von Andreas Pflock zum Sicherungslager Schirmeck-Vorbruck hat besondere Bedeutung für den deutschen Südwesten. 

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Wolfgang Läpple / Stadtarchiv – Stadt Ludwigsburg: Schwäbisches Potsdam – Die Garnison Ludwigsburg von den Anfängen bis zur Auflösung. 2 Bände im Schuber, gesamt 1236 Seiten, gebunden. Walter Medien Brackenheim. ISBN 3-00-014212-6. 89,90 EUR.  

Neuerscheinung 2009 zum Jubiläum der Stadt Ludwigsburg. Mit über 1 400 bislang teilweise unbekannten Fotografien und sonstigen Abbildungen sowie umfangreichen Neuerscheinungen.
 
Aus dem Inhalt
Band 1: Zur Geschichte der Garnison - Stäbe, Truppenteile und militärische Dienststellen - Kurzbiografien - Stadtkommandanten, Gouverneure, Garnison- und Standortälteste - Stellenbesetzungen Ludwigsburger
Truppenteile - Militärgeistliche - Pour le Mérite- und Ritterkreuzträger - Militärmusik - Militärische Traditionspflege - Ross und Reiter - Zeittafel.

Band 2: Militärisch genutzte Objekte und Flächen - Verteidigungseinrichtungen und -maßnahmen bis 1945 - Militärische Erinnerungsstätten - Straßen- und Flurnamen mit militärischem Bezug - Militärische Miszellen - Listen, Tabellen und Diagramme - Militärische Begriffe.
Mit Orts- und Personenregister, Register der militärischen bzw. militärisch genutzten Objekte und Flächen sowie Quellen- und Literaturverzeichnis.
 

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Jürgen Kaiser: Klöster in Baden-Württemberg. 1200 Jahre Kunst, Kultur und Alltagsleben. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2004. 160 Seiten. ISBN 3806 218 609. EUR 24,90

Baden-Württemberg bietet eine der vielfältigsten und reichsten Kunstlandschaften Deutschlands. Überraschend viele, nahezu vollständig erhaltene Klosteranlagen gehören zum besonderen Schatz des Landes. Jede kunsthistorische Epoche von der frühen Romanik bis hin zum Klassizismus ist hier durch herausragende Bauwerke vertreten, oft von europäischer Bedeutung. Die Erhebung von Reichenau und Maulbronn zum UNESCO-Weltkulturerbe trägt dazu bei, die kulturelle Leistung der Klöster wieder ins allgemeine Bewusstsein zu rufen, welche die Entwicklung von Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst über ein ganzes Jahrtausend hinweg entscheidend geprägt hatten.

Eine Auswahl der bedeutendsten und besterhaltenen Klosteranlagen des Landes öffnet dem Leser die Augen für diese architektonischen Kostbarkeiten. Jedes Kloster wird in einem eigenen Kapitel vorgestellt, so kann das Buch auch vor Ort als Reiseführer genutzt werden. Die Angabe von Öffnungszeiten, Telefonnummern und Internetadressen erleichtert die Vorbereitung. Der kompakte Text zeigt die wichtigsten historischen Stationen der Entwicklung auf, und führt das Besondere der jeweiligen Klosteranlagen vor Augen. Herausgestellte Themenkästen vermitteln interessantes Hintergrundwissen zu zahlreichen Aspekten klösterlichen Lebens.
 

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Momente: Lesetipps

 
Momente: Lesetipps
„Momente“ ist die populärwissenschaftliche historische Zeitschrift in Baden-Württemberg. Hier finden Sie Lesetipps zur Landeskunde und Landesgeschichte.

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