Landeskunde Baden-Württemberg

 

Der Verwaltungsaufbau nach 1952

Dr. Reinhold Weber

Die drei südwestdeutschen Nachkriegsländer waren mit unterschiedlichen Kreisverfassungen in den neuen Südweststaat eingetreten. Im Hintergrund standen abweichende Richtlinien der beiden Besatzungsmächte, aber auch ältere Traditionen der Bezirksverwaltung. Der Status quo bei der Landesgründung waren neun Stadt- und 63 Landkreise, deren Zuschnitt noch aus der Vorkriegszeit stammte, als in den Jahren 1925 in Hohenzollern, 1938 in Württemberg und 1939 in Baden die Landkreise geschaffen worden. 28 dieser Landkreise waren in Württemberg-Baden gewesen – davon 19 nordwürttembergische und neun nordbadische –, 18 im Land (Süd-)Baden und 17 im alten Land Württemberg-Hohenzollern.

Unter den „Aufbaugesetzen“ des Jahres 1955, mit denen sich das junge Land einen einheitlichen Verwaltungsaufbau gab, ragen die Gemeindeordnung, die Landkreisordnung und das Landesverwaltungsgesetz heraus. Nachdem selbst der Versuch einer bescheidenen Territorial- und Verwaltungsreform an konträren Partei- und Regionalinteressen gescheitert war, folgte das Land Baden-Württemberg mit einem dreistufigen staatlichen Verwaltungsaufbau der Tradition der alten Länder Baden und Württemberg: Den obersten Landesbehörden (z. B. Ministerien) folgten auf der mittleren Ebene die bereits 1952 geschaffenen vier Regierungsbezirke Nordbaden, Nordwürttemberg, Südwürttemberg-Hohenzollern und Südbaden, die mit den früheren Ländern deckungsgleich waren. Die dritte Ebene des staatlichen Verwaltungsaufbaus bildeten weiterhin die neun Stadt- und 63 Landkreise, die zumeist nach dem Namen der Kreishauptstadt benannt waren.

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