Kleinere weltliche Herrschaften: Fürstentümer, Reichsgrafen und Ritterschaften

Dr. Reinhold Weber

Eine ganze Reihe kleiner Herrschaftsgebiete von alten und jüngeren Grafschaften bis hin zu den zu selbstständigen Territorien aufgestiegenen ehemaligen Reichs-ministerialen des Mittelalters sorgten für farbliche Vielfalt auf der Karte des deutschen Südwestens. Diese fürstlichen und hochadeligen Klein- und Kleinstherrschaften prägten vor allem den Süd- und Nordosten des heutigen Landes. Die für den Raum bedeutendsten fürstlichen Herrschaften waren das Fürstentum Fürstenberg mit Residenz in Donaueschingen, die Fürstentümer Hohenzollern (Sigmaringen, Hechingen, Haigerloch) sowie die Fürstentümer Hohenlohe, Öttingen, Löwenstein-Wertheim, Waldburg, Limpurg sowie Thurn und Taxis. Obwohl sie teilweise vielfach unterteilt waren, wiesen sie doch eine beachtliche territoriale Ausdehnung auf und prägten – wie etwa Hohenlohe – ganze Landschaftsräume mit Burgen und Schlössern. Bis 1792 reichte auch das dann preußisch gewordene Markgraftum Brandenburg-Ansbach in den nordöstlichen Bereich (Crailsheim, Gerabronn) des heutigen Landes.

Eine Vielzahl weltlicher graf- und reichsritterschaftlicher Splitterterritorien kam hinzu, wobei die reichsritterschaftlichen Besitzungen eine besonders amorphe Gruppierung bildeten. Sie schwankten zwischen reichsritterschaftlicher Einzelherrschaft und genossenschaftlichem Zusammenschluss und waren vor allem dort entstanden, wo die großen weltlichen Herrschaften ein Vakuum ließen. Am Ende des Alten Reiches waren die reichsritterschaftlichen Kleinstherrschaften in Südwestdeutschland mit den fünf Kantonen Donau (Kanzlei Ehingen), Hegau und Allgäu (Kanzleien Wangen und Radolfzell), Neckar-Schwarzwald (Kanzlei Tübingen), Kocher (Kanzlei Esslingen) und Kraichgau (Kanzlei Heilbronn) des Schwäbischen Ritterkreises vertreten. Von den Gliedern des Fränkischen Ritterkreises lag nur der Kanton Odenwald mit nennenswerten Gebieten im heutigen Land.

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