Die Markgrafschaft Baden

Dr. Reinhold Weber

Die Geschichte der Markgrafschaft Baden ist die Geschichte des erfolgreichen Aufstiegs eines ursprünglich kleinen Adelsgeschlechts, dessen Ursprünge im Haus der Zähringer liegen. Die Markgrafenfamilie, die sich nach ihrer über der Stadt Baden liegenden gleichnamigen Burg nannte, hatte sich schrittweise und zumeist aus staufischem Reichsgut heraus im Raum zwischen Ettlingen, Rastatt und Baden-Baden etabliert. Der territorial zersplitterte Besitz reduzierte sich im 17. Jahrhundert auf ein im Wesentlichen oberrheinisches Herrschaftsgebiet, das auch die breisgauischen Besitzungen Hochberg, Sausenberg, Rötteln, Badenweiler und das Markgräflerland umfasste.

Seit einer Erbteilung im Jahr 1515 standen sich die obere Markgrafschaft Baden-Baden mit Residenz in der gleichnamigen Stadt (seit 1705 in Rastatt) sowie die untere Markgrafschaft Baden-Durlach mit Residenz zuerst in Pforzheim, dann in Durlach und ab 1724 in Karlsruhe gegenüber. Der einzige Barockfürst der Durlacher Linie, Karl Wilhelm, gründete 1715 mit der Grundsteinlegung des Schlosses die Fächerstadt Karlsruhe. Baden-Durlach war 1556 evangelisch geworden, während das zuerst ebenfalls evangelische Baden-Baden rekatholisiert wurde. Erst 1771 kam es durch einen Erbvertrag zur Wiedervereinigung der beiden badischen Markgrafschaften, wobei das evangelische Baden- Durlach als Musterstaat des aufgeklärten Absolutismus das katholische Baden-Baden beerbte. Die alten Residenzen Baden-Baden und Rastatt verloren ihre Funktionen, während sich Karlsruhe zum administrativen und kulturellen Zentrum entwickelte.

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